WAS IST DIABETES?

Was ist Diabetes mellitus?

Diabetes mellitus ist eine Stoffwechselerkrankung, die durch chronisch erhöhte Blutzuckerspiegel gekennzeichnet ist. Die Gründe für die Überzuckerung (Hyperglykämie) sind, dass

  1. kein oder zu wenig körpereigenes Insulin gebildet wird oder
  2. körpereigenes Insulin nicht ausreichend wirkt.

Diabetes mellitus bedeutet übersetzt „honigsüßer Durchfluss“ und wird allgemein als Zuckerkrankheit bezeichnet.

Symptome bei Diabetes

Erste Anzeichen machen sich bei Diabetes mellitus Typ 2 in vielen Fällen relativ spät bemerkbar. Diabetes mellitus Typ 2 kann lange Zeit im Verborgenen ablaufen, da leicht erhöhte Blutzuckerspiegel fast nie Beschwerden verursachen.

Hohe Blutzuckerspiegel führen hingegen zu klassischen Symptomen wie:

  • Vermehrtes Wasserlassen (Polyurie)
  • Übermäßig gesteigertes Durst (Polydipsie)
  • Unerklärbarer Gewichtsverlust
  • Sehstörungen
  • Infektanfälligkeit
  • Ketoazidose
  • Diabetisches Koma

Folgeschäden des Diabetes

Langanhaltend hohe Blutzuckerspiegel führen zu Langzeitschäden und Funktionsstörungen an verschiedenen Geweben und Organen. Der ursächliche Grund ist immer der Gleiche – Gefäßschädigungen als Folge zu hoher Blutzuckerspiegel. Besonders häufig betroffen sind folgende Organe:

  • Augen
  • Nieren
  • Nerven
  • Herz
  • Gehirn
  • Füße
  • Beine
  • Blutgefäße

Klassifikation

Diabetes mellitus bezeichnet eine Gruppe von Erkrankungen, deren gemeinsamer Befund ein Überschuss an Zucker im Blut ist. Die Ursachen für die Blutzuckererhöhung fallen unterschiedlich aus. Je nach Entstehungsgrund werden mehrere Formen des Diabetes mellitus unterschieden: derzeit erfolgt eine Unterteilung in Diabetes mellitus Typ 1 – 4. Mehr zur Klassifikation.

Diabetes ist nicht gleich Diabetes 

Zu den bekanntesten Ausprägungen zählen Diabetes mellitus Typ 1 und Diabetes mellitus Typ 2:

Diabetes mellitus Typ 2

Diabetes mellitus Typ 2 trat früher überwiegend im Alter auf, weshalb diese Form früher als „Altersdiabetes“ bezeichnet wurde. Nachdem die Patienten immer jünger werden, ist diese Benennung allerdings immer mehr verschwunden. Trat die Krankheit früher fast immer erst nach dem 40. Lebensjahr auf, sind mittlerweile bereits Kinder unter den Betroffenen. Diabetes mellitus Typ 2 tritt viel häufiger auf als Diabetes mellitus Typ 1: 85 – 90 % aller Diabetiker sind Typ 2 Diabetiker.

Diabetes mellitus Typ 1

Diabetes mellitus Typ 1 tritt häufig als Kinder- und Jugenddiabetes auf, weshalb diese Form früher oft auch als „Jugenddiabetes“ bezeichnet wurde. Normalerweise tritt Typ 1 unter dem 40. Lebensalter auf. Ursache ist eine Autoimmunreaktion des Körpers, bei der das Immunsystem den eigenen Körper angreift. Konkretes Angriffsziel ist die Bauchspeicheldrüse, deren Beta-Zellen in den Langerhans´schen Inselzellen zerstört werden. Da diese Inselzellen der Ort der Insulinproduktion sind, kommt es binnen kurzer Zeit in den meisten Fällen zu einem absoluten Insulinmangel. Das Fehlen von Insulin ist mit dem Leben nicht vereinbar. Betroffene müssen ab diesem Zeitpunkt ein Leben lang Insulin spritzen.

Diagnose

Die Diagnose Diabetes mellitus erfolgt nach Messung mehrfach erhöhter Blutzuckerwerte – sowohl Nüchtern- als auch Nicht-Nüchtern-Werte – an mindestens 2 verschiedenen Tagen oder nach Messung mit einem Glukosetoleranztest. Mehr Infos zu Diagnose und Zielwerten.

Zielwerte

Es gibt mehrere Zielwerten, die bei Diabetes mellitus erreicht werden sollten um diabetische Folgeerkrankungen zu vermeiden. Dazu zählen zufriedenstellende Blutzuckerwerte sowie zufriedenstellende Blutdruckwerte, Blutfettwerte und Albuminwerte. Mehr infos zu den Zielwerten.

Kontrollen

Sowohl Selbstkontrollen als auch Arztkontrollen sind Bestandteil jeder erfolgreichen Therapie. Sie dienen der Vorbeugung oder – bei bestehender Erkrankung – der Kontrolle des Genesungsverlaufs. Regelmäßige Kontrolluntersuchungen sind daher unverzichtbar und sollten unbedingt eingehalten werden. Mehr Infos zu den Kontrollen.

Ursachen

Die konkreten Ursachen für den Ausbruch des Diabetes sind bis heute nicht restlos geklärt. Bekannt ist, dass eine Vielzahl an Faktoren auf die Entstehung von Diabetes Einfluss nehmen können. Dazu zählen insbesondere Vererbung, Alter, Übergewicht, Bewegungsmangel, ungesunde Ernährung sowie Rauchen und übermäßiger Alkoholkonsum. Manchmal können auch ein Schock oder ein dramatisches Lebensereignis die Krankheit auslösen. Mehr Infos zu den möglichen Erkrankungsursachen.

Quellen
Diabetes mellitus – Anleitungen für die Praxis, überarbeitete und erweitere Fassung 2016 (ÖDG & Österreichischer Lipidkonsensus)