RISIKOFAKTOREN

Bluthochdruck bei Diabetes natürlich senken

Aktualisiert am 18.04.2021

Warum Bluthochdruck bei Diabetes Typ 2 ein Risikofaktor ist und wie man diesen natürlich senken kann

Bluthochdruck gilt als gewichtiger Risikofaktor für die Entwicklung von diabetischen Folgeschäden und insbesondere Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Denn Herz-Kreislauf-Erkrankungen zählen zu den häufigsten gefährlichen Erkrankungen bei Diabetes mellitus Typ 2 und Bluthochdruck ist ein Risikofaktor. Durchschnittlich ist in den Wohlstandsländern fast jeder zweite Erwachsene über 55 Jahren von Bluthochdruck betroffen. Lesen Sie hier, warum Bluthochdruck ein Risikofaktor ist und was man dagegen tun kann.


Was bedeutet Blutdruck? Blutdruck ist der Druck des Blutes auf das Gefäßsystem. Bei der Messung des Blutdrucks unterscheidet man zwei Werte: Der systolische Blutdruck misst den Druck beim Herzschlag – also wenn sich der Herzmuskel zusammenzieht und sauerstoffreiches Blut in die Gefäße pumpt. Der diastolische Blutdruck misst den Druck auf die Gefäße, wenn der Herzmuskel erschlafft.


Mögliche Folgen von Bluthochdruck

Bei Bluthochdruck ist der Druck des Blutes auf die Gefäße zu hoch. Der dauerhaft überhöhte Blutdruck kann zu Orangschädigungen führen. Besonders gefährdet sind Herz, Gehirn, Augen, Nieren sowie das gesamte Gefäßsystem. Häufige Folgen sind Gefäßverengungen, Überlastung von Organgen und Mangelversorung von Körperregionen mit Sauerstoff und Nährstoffen.

Gefäße und Bluthochdruck bei Diabetes

Bluthochdruck schäigt die Gefäße. Denn Bluthochdruck fördert Arteriosklerose im gesamten Körper. Bei Arteriosklerose kommt es zu Plaque-Ablagerungen an den Gefäßwänden, die zu Gefäßverengungen, Gefäßverhärtungen und zu Gefäßverschlüssen führen können.

Solche Gefäßschädigungen zählen zu den Hauptverursachern für diabetische Folgeschäden von Kopf bis Fuß. Bluthochdruck gilt daher als Risikofaktor für die Entwicklung aller diabetischen Folgeerkrankungen.

Umgekehrt bedeutet eine Blutdrucknormalisierung eine Entlastung des Gefäßsystems und damit aller durch den Bluthochdruck beeinträchtdigen Körperregionen.

Herz und Bluthochdruck bei Diabetes  

Je stärker der Blutdhochruck ist, desto stärker muss das Herz arbeiten um den Körper mit Blut zu versorgen. Das führt zu Anpassungsreaktionen wie Verdickung und Vergrößerung des Herzens als Folge der gesteigerten krankhaften Belastung. Mögliche Folgen sind das sogenannte „Hochdruckherz“ mit Bindegewebsablagerungen, was den Herzmuskel insgesamt steifer macht und Kurzatmigkeit fördert. Häufig sind Herzkrankgefäße und Herzarterien verengt, was die Versorgung mit Sauerstoffen und Nährstoffen weiter verschlechtert. Hinzu kommt die reduzierte Durchblutung und Versorgung des Herzens, was eine krankhafte Herzvergrößerung fördert. Häufig werden diese Prozesse als Angina pectoris-Beschwerden wahrgenommen – also ein übermäßiger Druck auf den Brustkorb im Bereich des Herzens. Bleibt der Bluthochdruck unbehandelt, kann sich im weiteren Verlauf eine Herzmuskelschwäche (Herzinsuffizienz) mit Erweiterung der Herzkammern entwickeln. Weitere mögliche Folgesymptome sind Herzrhythmusstörungen inform von Extrasystolen und Vorhofflimmern.

Eine Blutdrucknormalisierung ist für die Gesundheit des Herzens bei Diabetes mellitus Typ 2 von großer Bedeutung.

Gehirn und Bluthochdruck bei Diabetes 

Das Risiko für einen Schlaganfall ist bei unbehandeltem Bluthochdruck um das 3- bis 4-fache erhöht. Dieser kann durch Gefäßverschluß (80 % der Fälle) oder auf einem Gefäßverschluss (20 % der Fälle) beruhen. Häufig betroffen sind hirnversorgende Halsgefäße und die Hauptschlagader, auch auch Vorhofflimmern und Herzrhytmusstörungen erhöhen das Risiko.

Eine Blutdrucknormalisierung senkt das Risiko enorm.

Nieren und Bluthochdruck

Nieren sind wichtige Filter- und Entgiftungsorgane, die ausreichend gut versorgt werden müssen. Bluthochdruck fördert die Schädigungen der kleinen Nierengefäße. Bei Diabetes mellitus Typ 2 kommt erschwerend hinzu, dass ein überhöhter Blutzuckerspiegel zusätzlich die Nierengefäße schädigt. Gefäßschädigungen führen zu einer eingschränkten Nierenfunktion mit der Folge, dass die Nieren die Filterleistung verschlechtert erbringen mit Ansammlung von Stoffwechselendprodukten und Störungen des Flüssigkeitshaushalts. Zudem werden wichtige Substanzen wie Eiweiß nicht mehr zurückgehalten und vermehrt ausgeschieden. Unbehandelt führen diese Schädigungen zu Nierenschädigungen, die bis zur Dialyse führen können.

Eine Blutdrucknormalisierung ist für die Gesundheit der Nieren von essenzieller Bedeutung.

Augen und Bluthochdruck 

Durchblutungsstörungen an den kleinen Gefäße kann zu einer verschlechterten Versorgung mit Nährstoffen und Sauerstoff führen. Diese Prozesse können zu Einblutungen und Netzhautveränderungen führen, die schließlich zu einer Verschlechterung des Sehvermögens (hochdruckbedingte Retinopathie) bis zur Erblindung führen kann.

Ein zufriedenstellender Blutdruck ist für die Gesundheit der Augen von großer Bedeutung.

Beine und Bluthochdruck bei Diabetes

Durchblultungsstörungen an den Becken- und Beingefäßen führen zu Versorgungsproblemen mit Sauerstoff und Nährstoffen. Folgen sind Krämpfe und Schmerzen beim Gehen, nichtheilende Geschwüre und Gefäßverschlüsse. Eine häufige diabetische Folgeerkrankung ist die periphere arterielle Verschlußkrankheit, auch als Schaufensterkrankheit bezeichnet.

Ein zufriedenstellender Blutdruck ist für die Gesundheit der Füße und Beine von großer Bedeutung.

Ab wann hat man Bluthochdruck?

Bluthochdrucktabelle lt. WHO (Weltgesundheitsorganisation)

Einteilung des Blutdrucks in mmHg |systolisch |diatstolisch |
optimaler Blutdruck< 120< 80
normaler Blutdruck 120-12980-84
noch-normaler Blutdruck130-13985-89
milder Bluthochdruck I140-15990-99
mittlerer Bluthochdruck II160-179100-109
schwerer Bluthochdruck III ≥ 180 ≥ 110

Symptome von Bluthochdruck

Symptome sind – sofern vorhanden – eher unspezifisch. Mögliche Symptome, die auf Bluthochdruck hinweisen können, sind:

  • Kopfschmerzen
  • Sehstörungen
  • Nasenbluten
  • Schwindel und Ohrensausen
  • Gesichtsrötung
  • Kurzatmigkeit
  • Herzrasen
  • Engegefühl im Brustraum
  • Schweißausbrüche
  • Innere Unruhe, Nervostität, Gerzeitheit
  • Schlafstörungen
  • Übelkeit und Erbrechen

Anmerkung: Die aufgelisteten Symtome können auch eine andere Ursache haben. Daher immer ärztlich abklären lassen!

Wie lässt sich Bluthochdruck natürlich behandeln?

Es gibt eine Vielzahl an Möglichkeiten, wie Bluthochdruck natürlich behandelt werden kann. Denn es gibt eine Vielzahl an Faktoren, die Bluthochdruck begünstigen. Und es gibt eine Vielzahl an Faktoren, die eine Blutdrucknormalisierung begünstigen. Dazu zählen natürliche Maßnahmen:

Natürliche Maßnahmen für Blutdrucknormalisierung

Verringerung des Salzkonsums

Etwa 2 bis 3 g Salz pro Tag wird benötigt um den Wasserhaushalt zu regulieren sowie Nervenreize und Muskeltätigkeit zu regulieren. Aber die Salzzufuhr ist bei vielen Menschen zu hoch und übersteigt durchschnittlich mehr als das Doppelte der maximalen Zufuhrempfehlung. Die WHO empfiehlt eine Menge von unter 5 g Salz pro Tag um Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorzubeugen. Zu viel Salz wirkt blutdrucksteigernd, denn Salz zieht Wasser aus den Zellen, Flüssigkeit gelangt vermehrt ins Herz-Kreislauf-System und der Blutdruck steigt. Salz fördert auch die Bildung von Botenstoffen, welche die Muskelzellen in den Blutgefäßen zur Kontraktion bringen. Moderater Salzkonsum hilft dabei, den Blutdruck in einem guten Bereich zu halten.

Anmerkung: Wie empfindlich eine Person auf Salz bezüglich Blutdruck reagiert, ist individuell unterschiedlich. Daher wird zwischen Respondern und Non-Respondern unterschieden. Wenn man als Responder auf Salz empflindlich reagiert, wirkt sich eine Optimierung der Salzzufuhr auf den Blutdruck meist sehr günstig aus.

Ausgewogene pflanzenbetonte Ernährung

Richtige Ernährung – insbesondere pflanzenbetonte Ernährung – wirkt blutdrucksenkend. Zu den wichtigsten natürlichen Blutdrucksenkern zählen Knoblauch, wie wissenschaftliche Studien eindrucksvoll zeigen. Weitere ernährungsmedizische Blutdrucksenker sind zum Beispiel Rote Rüben, Nüsse, Ölsaaten, Zwiebeln, Heidelbeeren und Grüntee. Zu den wichtigen blutdrucksenkenden Nährstoffen zählen Vitamin D, Vitamin E und Omega-3-Fettsäuren.

Vermeidung schädlichen Alkoholkonsums

Alkohol wird vom Körper als Toxin angesehen, das schnellstmöglich ausgeschieden werden sollte. Zu diesem Zweck verengen sich die Gefäße und das fördert Bluthochdruck. Wissenschafter sehen hier eine Dosis-Wirk-Beziehung: je höher der Gehalt an Alkohol ist, desto stärker ist der blutdrucksteigernde Effekt. Reduktion von Alkohol oder Verzicht auf Alkohol gehen daher oft mit einer Senkung von Bluthochdruck einher.

Regelmäßige körperliche Betätigung

Regelmäßige und richtig abgestimmte Bewegung wirkt blutdrucksenkend.
Mittleres Training von 3 Mal pro Woche senkt den Blutdruck um etwa 10/5, was mit der Wirkintensität eines blutdrucksenkenden Standardmedikaments vergleichbar ist. Wichtig ist, dass die Bewegung richtig und angepasst ist, weil Überforderung genauso wenig erstrebenswert ist wie Unterforderung. Es kommt auf die richtige individuell angepasste Dosierung von Bewegung an. Dafür kann ärztlicher Rat sowie medizinische Leistungsdiagnostik hilfreich sein, um Bewegung gegen Bluthochdruck ideal wirken zu lassen.

Gewichtsreduktion bei Übergewicht

Übergewicht bedeutet, dass das Herz mehr arbeiten muss um den gesamten Körper mit Sauerstoff und Nährstoffen zu versorgen. Je höher das Gewicht, desto höher ist die Herzbelastung und desto höher steigt häufig auch der Blutdruck an. Studien zeigen, dass mit jedem verlorenen Kilogramm Übergewicht der Blutdruck messbar absinkt. Eine Gewichtsnormaliserung liefert daher die große Chance, zusätzlich zum neuen Lebensgefühl auch den Blutdruck zu verbessern.

Rauchverzicht

Rauchen ist ungesund und das gilt auch in Bezug auf den Blutdruck. Denn Rauchen ist für die Gefäße toxisch, Rauchen führt zu Ablagerungen und Verengungen an den Gefäßwänden und Rauchen fördert eine Mangelversorgung im Körper. Das geht mit einer Steigerung der Herzfrequenz und des Blutdrucks einher, weil das Herz mithilfe vermehrter Herztätigkeit und vermehrter Blutzirkulation versucht, die Mangelsituation auszugleichen und die gesundheitsschälichen Rauchinhaltsstoffe auszuscheiden. Diese Prozesse wirken direkt blutdrucksteigernd. Die schädliche Wirkung von Rauchen auf das Gefäßsystem ist so hoch, dass ein Rauchstop als wichtigste therapeutische Basismaßnahme gilt, um Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu vermeiden.

DASH-Diät

Die DASH-Diät ist eine Ernährungsweise mit dem Ziel, den Blutdruck natürlich zu senken. DASH steht als Abkürzung für Dietary Approach to Stop Hypertension. Das Ziel ist, den Blutdruck erfolgreich zu senken und gleichzeitig gesunde und schmackhafte Ernährung zu genießen. Wissenschafltiche Studien haben gezeigt, dass die DASH-Diät wirkt: sie ist dazu imstande, den Blutdruck auf natürliche Weise zu senken, und sie hilft effektiv dabei, den Blutzucker zu senken, überhöhte Blutfette (Cholesterin und Triglyzeride) zu senken, überhöhte Harnsäure zu senken und das Gewicht zu normalisieren.

Fazit

Die Normalisierung des Blutdrucks steht in der Medizin nicht ohne Grund an erster Stelle. Denn ein gesunder Blutdruck ist ein Gefäßschutz. Und je gesünder die Gefäße sind, desto besser geht es dem gesamten Körper: Herz-Kreislauf-System, Kopf, Augen, Nieren, Beine und Füßen werden entlastet und geschützt. Gesunder Blutdruck ist somit – zusätzlich zu einer guten Blutzuckereinstellung – ein wichtiger Schutz bei Diabetes und trägt dazu bei, diabetische Folgeschäden zu vermeiden.

Anmerkung: Da die natürliche Therapie sehr wirkungsvoll sein kann, sollte diese nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt ausprobiert werden, um die ärztliche Therapie im Bedarfsfall an die natürlich verbesserten Werte anzupassen.


Quellen:

https://www.internisten-im-netz.de/krankheiten/bluthochdruck/auswirkungen/

https://leitlinien.dgk.org/files/03_2016_pocket_leitlinien_praevention.pdf

WHO


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