Nieren

Diabetische Nierenerkrankungen behandeln und vermeiden

Diabetische Nierenerkrankungen sind bei etwa 5 % aller Diabetespatienten Thema. Das wirkt auf den ersten Blick nicht so viel, betrifft aber immerhin 30.000 Menschen in Österreich.

Eine diabetische Nierenerkrankung ist keine Einbahn

Es ist wichtig, eine diabetische Nierenerkrankung nicht mit einer Einbahn-Straße zu vergleichen. ​Eine Nierenerkrankung bedeutet nicht automatisch „unheilbares, fortschreitendes Problem“ oder „Dialyse“. Denn insbesondere im frühen und mittleren Stadium ist eine Nierenerkrankung aufhaltbar und umkehrbar.

Wird eine diabetische Nierenerkrankung rechtzeitig erkannt und richtig behandelt, kann das ​Krankheitsgeschehen aufgehalten und häufig rückgängig gemacht werden.

In einem späten Stadium einer Nierenerkrankung besteht immer noch die Chance, ​das Fortschreiten ​zu verlangsamen. Das kann die Notwendigkeit für eine Dialyse vermeiden oder zumindest hinauszögern.

Achtung!

Diabetische Nierenschädigungen laufen lange Zeit symptomfrei ab und bleiben daher lange unentdeckt!

Wie schaffe ich es, rechtzeitig etwas zu tun?

​Ganz wichtig sind regelmäßige Kontrollen beim Arzt an. Denn es gibt Parameter, mit welchen Nierenfunktion und Status der Nierengesundheit ​überprüft werden können.​

​Dazu zählen Parameter wie ​Albuminausscheidung (= Eiweißausscheidung, über Harnbefund), Glomuläre Filtrationsrate (= Gefilterte Harnmenge beider Nieren, über Blutbefund) und Kreatinin (= Kreatininausscheidung, über Blut- oder Harnbefund). Zudem kann eine Ultraschalluntersuchung der Nieren weiteren Aufschluss über den Gesundheitsstatus geben.

​Sind die​ Werte in Ordnung, besteht ​kein Grund zur Sorge. Allerdings sind weiterhin regelmäßige Kontrollen nötig.

Sind die Werte hingegen außerhalb des Normbereichs, ​besteht Handlungsbedarf!

Was lässt sich in frühen Stadium einer Nierenerkrankung machen?

Im Anfangsstadium lassen sich mit einer Normalisierung der Gesundheitswerte (Blutzucker, Blutcholesterin, Blutdruck), Weglassen von Genussgiften und einer Optimierung von Ernährung & Trinken sehr gute Resultate erzielen.

Es gilt: Nierenschädiger sollten vermieden und Nierenschützer genützt werden!

Diese Nierenschädiger sollten vermieden werden:

​* Schlecht eingestellter Blutzucker
* Erhöhtes Cholesterin
* Erhöhte Triglyzeride
* Erhöhter Blutdruck
* Gefäßverkalkungen
* Zu hoher Salzkonsum
* Zu hoher Eiweißkonsum
* Hoher Alkoholkonsum
* Rauchen
* Übergewicht

Diese Nierenschützer sollten genützt werden:

​* Gesund eingestellter Blutzucker
​* Gesunde Blutfettwerte
​* Normaler Blutdruck
​* Gesunde Gefäße
​* Reduktion der Salzzufuhr
​* Reduktion der Alkoholzufuhr
​* Reduktion der Eiweißzufuhr
* Rauchstop –> Auch die Inhaltsstoffe im Zigarettenrauch verengen die Blutgefäße in der Niere. Bereits bei mäßigen Rauchern schreitet die Nierenerkrankung doppelt so schnell wie bei Nichtrauchern fort!
​* Normalgewicht!

Regelmäßige Kontrollen beim Arzt!

​Was lässt sich im mittleren Stadi​um tun?

In mittleren Stadien steigt das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen an. Es ist daher wichtig, alle Nierenschützer-Maßnahmen zu beachten und umzusetzen! Es besteht weiterhin die Chance, dass sich die Nierenschwäche bessert und die Nieren wieder effizienter arbeiten können.

In diesem Stadium könnte es notwendig werden, dass die tägliche Trinkmenge reduziert werden muss um den Organismus zu entlasten – ob diesbezüglich Notwendigkeit besteht, gibt der behandelnde Arzt vor!

Alle Nierenschützer gelten weiterhin:

*​ Gesund eingestellter Blutzucker
* Gesunde Blutfettwerte
* ​Normaler Blutdruck
* ​Gesunde Gefäße
* ​Reduktion der Salzzufuhr
* Reduktion der Alkoholzufuhr
* Reduktion der Eiweißzufuhr
* Regelmäßige Kontrollen beim Arzt!

Was lässt sich im stark fortgeschrittenen Stadium tun?

Im stark fortgeschrittenen Stadium ist bis zum Eintreten der völligen Niereninsuffizienz medizinisch keine spezielle Therapie möglich. Solange die Nieren arbeiten können, solllten diese entlastet werden.

Es ist weiterhin wichtig, auf einen gut eingestellten Blutzucker, normale Blutfett- und Blutdruckwerte zu achten sowie Normalgewicht zu halten. Das entlastet die Gefäße und fördert den allgemeinen Gesundheitszustand! Auf Alkohol und Rauchen sollte zur Gänze verzichtet werden!

Sollten die Nieren ihren Aufgaben nicht mehr nachkommen können, wird eine Dialyse-Behandlung notwendig. Dabei handelt es sich um ein Blutreinigungsverfahren, das bei akutem oder chronischem Nierenversagen zum Einsatz kommt und lebensrettend wirkt.

Im Fall einer Dialyse-Behandlung ändern sich die Ernährungsempfehlungen (unter anderem auf eiweißreich, phosphatarm, kaliumarm), ​weil dann andere Bedingungen vorherrschen. Zudem wird durch den Arzt eine individuell festgesetzte Trinkmenge vorgegeben.

Welche nierenschützenden Maßnahmen gibt es sonst noch?​

  • Vermeidung von Rötgenkonstrastmitteln
  • Vermeiden von nichtsteroidalen Antirheumatika
  • Langzeiteinnahme von Mischanalgetika (Analgetika=Schmerzmittel)
  • Antibotika-Therapie bei Harnwegsinfekten
  • Anpassu​ng von Medikam​enten an die reduzierte Nierenfunktion

Fazit

Nierenerkrankungen lassen sich lange Zeit gut behandeln und in frühen bis mittleren Stadien rückgängig machen oder zumindest aufhalten.

Da eine Nierenschwächung lange Zeit ohne Symptome abläuft, ist die Früherkennung durch regelmäßige Arztkontrollen wichtig.

Eine gute Stoffwechseleinstellung sowie gesunde Ernährung zählen zu den wirksamsten Möglichkeiten um bei Diabetes gesunde Nieren zu behalten.