Füße/Beine

Was ist der diabetische Fuß?

Aktualisiert am 22.03.2019

Was ist der diabetische Fuß?

Der diabetische Fuß kennzeichnet sich inform von schlecht heilenden Wunden im Bereich der Füße. Er ist die Folge eines dauerhaft zu hohen Blutzuckers. Der zu hohe Blutzucker verursacht im Bereich der Füße Veränderungen an Gefäßen und Nerven. Diese führen zu fortschreitenden Gefäßverkalkungen und Beeinträchtigungen der Nervenfunktion. Diese krankhaften Prozesse laufen lange Zeit schleichend, schmerzfrei und dadurch unbemerkt ab.

Bei Fußveletzungen besteht die Gefahr, dass offene Stellen schlecht oder gar nicht heilen. Der Grund ist, weil die Wundheilung aufgrund der Gefäßschädigungen verschlechtert ist. Hinzu kommt, dass bei Nervenstörungen das Schmerzempfinden sinkt und Verletzungen oftmals spät erkannt werden.

Warum können Veränderungen an den Füßen bei Diabetes übersehen werden?

Normalerweise werden Veränderungen am Fuß – beispielsweise in Form von Blasen, Druckstellen, Schwellungen, Rissen, blauen Flecken und Verletzungen – schnell erkannt. Denn sie verursachen Schmerzen. Anders verhält es sich bei Diabetespatienten, die eine Schmerzunempfindlichkeit entwickelt haben: äußere Reize wie Druck, Hitze, Kälte, Fremdkörper werden dann nur noch eingeschränkt bis gar nicht wahrgenommen. Die Folge: Verletzungen können übersehen werden.

Warum heilen Verletzungen an den Füßen bei Diabetes schlechter?

Gefäße sind die Straßen des Blutes, über welche für die Wundheilung benötigte Stoffe transportiert werden. Dazu zählen Sauerstoff, Nährstoffe sowie viele Heilstoffe. Eine gute Durchblutung sowie gesunde Gefäße sorgen dafür, dass körperinterne Transportvorgänge gut funktionieren. Überzuckerungsbedingte Gefäßverkalkungen verursachen Durchblutungsstörungen an den Gefäßen und verschlechtern die Durchblutung. Die Folge: der verletzte Bereich am Fuß kann nicht mehr zufriedenstellend versorgt werden und Wundheilungsprozesse erfolgen nur noch schleppend bis gar nicht.

Schlecht sowie gar nicht heilende Wunden sind typisches Kennzeichen des diabetischen Fußes. Schreitet das krankhafte Geschehen voran, können sich die betroffenen Stellen zu Geschwüren (Gangränen) ausweiten. Es kann auch zu Infektionen kommen. Kommt es zu keiner Heilung und sterben die Bereiche ab, kann das zur Notwendigkeit einer Amputation führen.

Damit es nicht so weit kommt, sollte den Füßen viel Aufmerksamkeit zukommen! Es ist wichtig, beide Füße täglich an allen Stellen auf Veränderungen und Verletzungen zu kontrollieren! Sollte irgendetwas Auffälliges oder Verdächtiges an den Füßen bemerkt werden, sollte schnellstmöglich ein Arzt oder eine diabetische Fußpflegekraft aufgesucht werden!

Diabetischer Fuß in Zahlen

Der diabetische Fuß zählt zu den häufigsten diabetischen Folgekomplikationen bei Diabetes mellitus. Im Durchschnitt entwickeln bis zu 25 % aller Diabetes-Patienten einen diabetischen Fuß.

In Österreich werden pro Jahr rund 2500 diabetisch bedingte Amputationen vorgenommen. Bisher wurde etwa jedem 10. Diabetiker im Laufe seines Lebens eine Zehe oder ein Bein amputiert. Zusätzlich ist das Risiko eines Gangräns, Absterben eines Fußes oder einer Zehe, bei einem Diabetespatienten etwa 50 Mal höher als bei einem Nicht-Diabetiker.

Der diabetische Fuß ist vermeidebar

Der diabetische Fuß ist vermeidbar! Voraussetzung dafür ist, dass die Füße stets im Blick behalten werden und im Zweifelsfall sofort gehandelt wird. Zusätzlich sollte der Blutzucker dauerhaft in einem guten Bereich sein und alle Risikofaktoren für Verletzungen vermieden werden. Dann sinkt auch das Risiko für eine diabetische Fußerkrankung drastisch ab.

Was sind Risikofaktoren für einen diabetischen Fuß?

Zu den häufigsten Risikofaktoren für den diabetischen Fuß zählen:

  • Zu wenig Aufmerksamkeit für die Füße! Tipp: bei jeder Aktivität immer an die Füße denken und überlegen, wie diese am besten geschützt werden können!
  • Mangelnde Kontrolle der Füße! Tipp: die Füße mithilfe eines Spiegels täglich von allen Seiten begutachten und auf Verletzungen jeglicher Art prüfen!
  • Fehlbelastung der Füße! Tipp: längere, einseitige Belastung und Druck auf den Füßen meiden!
  • Falsche Fußpflege! Tipp: Füße in mildem Wasser bei milder Temperatur kurz reinigen sowie gut abtrocknen – Zehenzwischenräume nicht vergessen. Urea-haltige Creme hilft, Risse zu vermeiden (Cremen immer nur auf gut getrockneter Haut auftragen!).
  • Ungeeignetes Schuhwerk! Tipp: gutes, druckfreies Schuhwerk sind das Um und Auf für gesunde Füße. Als Faustregel gilt, dass der Schuh keine drückenden Nähte aufweiset so bequem wie ein Laufschuh sein sollte.

Mehr Infos zur Vermeidung des diabetischen Fußes gibt es hier.

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