Diagnose

Diagnose des Diabetes mellitus

Diabetes mellitus wird durch die Messung des Blutzuckers diagnostiziert. Der Blutzucker kann mithilfe von Nüchtern-Glukose, oralem Glukosetoleranz-Test (OGTT) und Hämoglobin A1c (HbA1c) gemessen werden.

1. Nüchtern-Glukose

Die Nüchtern-Glukose wird im Rahmen eines Blutbilds gemessen. Die Diagnose Diabetes wird gestellt, wenn an mindestens 2 verschiedenen Tagen die  Nüchtern-Blutzuckerwerte erhöht sind. Als normal gelten Nüchtern-Werte von unter 90 mg/dl.

2. Oraler Glukosetoleranztest (OGTT)

Der orale Glukosetoleranztest dient dem Nachweis einer sogenannten gestörten Glukoseverwertung. Er ist eine wichtige Ergänzung zur Messung der Nüchtern-Glukose. Insbesondere bei Verdacht auf Diabetes und gleichzeitigem Fehlen von Symptomen oder widersprüchlichen Ergebnissen kann der Orale Glukosetoleranztest eine wichtige Diagnosehilfe sein.

Der orale Glukosetoleranztest erfolgt morgens und nüchtern. Die letzte Mahlzeit sollte 10 – 16 Stunden zurückliegen. 3 Tage vor dem Test sollte die Ernährung kohlenhydratbetont gewesen sein. Während des Tests sollte es zu keiner Muskelanstrengung kommen und es darf nicht geraucht werden, weil die Testergenisse ansonsten verfälscht werden könnten.

Zu Beginn des Tests wird eine Zuckerlösung bestehend aus 75 g Glukose (=Traubenzucker) in 250 ml Wasser getrunken. Die Zuckerlösung sollte innerhalb von 5 Minuten getrunken werden. Danach wird der Blutzucker zu Beginn sowie 120 Minuten nach dem Trinken getestet. Bei Schwangerschaftsdiabetes wird zusätzlich nach 60 Minuten getestet.

3. Hämoglobin A1c (HbA1c)

Der HbA1C-Wert ist das wichtigste Maß für den Blutzuckerverlauf der vergangen 2 bis 3 Monate. Dabei wird der Verzuckerungsgrad der roten Blutkörpchen, das sogenannte glyklierte Hämoglobin, gemessen. Nachdem die roten Blutkörperchen eine Überlebensdauer von 110 bis 120 Tagen haben, erfolgt die HbA1C-Messung im Abstand von zwei bis drei Monaten.

Der HbA1C stellt das wichtigste Maß für die Qualitätsbeurteilung der Blutzuckereinstellung dar – beispielsweise mtihilfe von Lebensstil, Medikamenten oder Insulin.

Der Normalbereich liegt zwischen 4 und 6 % je nach Labor. Allerdings sind Fehler möglich: Fehlerquellen können sich durch eine veränderte Lebensdauer der roten Blutkörperchen ergeben – so kann beispielsweise eine hämolytische Anämie zu einer verkürzten Lebensdauer der roten Blutkörperchen und infolge zu falsch-niedrigen HbA1C-Werten oder bei verlängerter Lebensdauer zu falsch hohen HbA1C-Werten führen. Auch genetisch bedingte Erkankungen (Hämoglobinopathien )und eine fortgeschrittene Niereninsuffizienz können zu falsch-hohen Messungen führen.

Die Beurteilung des Blutzuckerspiegels darf nicht durch die HbA1c-Bestimmung allein erfolgen, weil es sich dabei um den durschnittlichen Blutzuckerverlauf der vergangenen Monate handelt. Bei starken Blutzuckerschwankungen mit ausgeprägten Über- und Unterzuckerungen könnten einen guten HbA1c-Wert ergeben, was die Beurteilung des Blutzuckerkurve stark verfälschen. Die Blutzuckerprofile müssen daher hinzugezogen werden.


Diagnose Diabetes bzw. Prädiabetes erfolgt ab folgenden Werten

 Manifester DiabetesErhöhtes Diabetes-Risiko
Nicht-Nüchtern ≥ 200mg/dl (11,2mmol/l) + Klassische Symptome c ODER ≥ 200mg/dl an 2 Tagen /
Nüchtern-Glukose ≥ 126mg/dl an 2 Tagen ≥ 100mg/dl (5,6mmol/l), aber ≤ 125mg/dl (6,9mmol/l) (Abnorme Nüchternglukose, „impaired fasting glucose“, IFG)
2h-Glukose nach 75 g OGTT ≥ 200mg/dl an 2 Tagen Glukose ≥ 140mg/dl (7,8mmol/l), aber ≤ 199mg/dl (11,0mmol/l) (Gestörte Glukosetoleranz, „impaired glucose tolerance“, IGT)
HbA1c ≥ 6,5 % (48mmol/mol) an 2 Tagen ≥ 5,7 % (39mmol/mol), aber ≤ 6,4 % (46mmol/mol) d