Ernährung

Zu hohes Cholesterin senken bei Diabetes

Aktualisiert am 01.03.2019

Ist Cholesterin bei Diabetes ein Problem?

Der Cholesterinwert zählt zu den Standardparametern wenn es darum geht, den Gesundheitszustand bei Diabetes-Patienten zu analysieren. Warum ist das so und ist Cholesterin prinzipiell ein Problem? Sollte man hohes Cholesterin senken? Die Antwort ist ja und nein, weil es von der Art des Cholesterins abhängt. Denn Cholesterin ist nicht gleich Cholesterin.

Cholesterin ist nicht gleich Cholesterin

Cholesterin ist ein allgemeiner Wert. Genau genommen setzt sich Cholesterin aus LDL-Cholesterin und HDL-Cholesterin zusammen: auch bekannt als „schlechtes“ Cholesterin und „gutes“ Cholesterin.

LDL-Cholesterin gilt als „schlechtes“ Cholesterin, weil es sich an den Gefäßwänden ablagert. Arteriosklerotische Plaques an den Gefäßen bestehen größtenteils aus LDL-Cholesterin, weshalb der LDL-Cholesterin-Wert eher niedrig sein sollte.

HDL-Cholesterin gilt als „gutes“ Cholesterin, weil es LDL-Cholesterin abtransportiert und dadurch auf natürliche Weise den Gehalt an LDL-Cholesterin reduziert. Daher sollte viel HDL-Cholesterin und wenig LDL-Cholesterin im Blut vorhanden sein.

Zielwerte für Cholesterin sind:

  • HDL-Cholesterin: > 45 mg/dl
  • LDL-Cholesterin: < 70 mg/dl

Zu viel LDL-Cholesterin ist ein Risikofaktor für diabetische Folgeerkrankungen

Cholesterin ist ein Risikofaktor für diabetische Folgeerkrankungen – insbesondere für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt und Schlaganfall. Dieses Problem betrifft Diabetiker genauso wie Nicht-Diabetiker, denn Herz-Kreislauf-Erkrankungen zählen zu den häufigsten Todesursachen der westlichen Welt.

Warum ist zu hohes, an den Gefäßen abgelagertes Cholesterin gefährlich?

  1. Gefäßplaques bestehen hauptsächlich aus Cholesterin – sie verursachen Gefäßverkalkungen (= Arteriosklerose).
  2. Cholesterinhaltige Gefäßplaques verengen Blutgefäße und erhöhen das Risiko, dass ein Blutgerinsel die Stelle verstopft.
  3. Cholesterinhaltige Gefäßplaques sind instabil und brüchig, können abreißen und an der Abrissstelle eine blutende Wunde verursachen. Das kann zu einem Throbus führen.

Es ist sinnvoll, den Cholesterinspiegel über die Nahrung nicht zu sehr zu erhöhen. Denn bei erhöhtem Cholesterinspiegel werden standardmäßig Cholesterinsenker verschrieben, die mit Nebenwirkungen behaftet sind.

Wodurch erhöht sich der schlechte Cholesterinspiegel?

LDL-Cholesterin wird durch Cholesterin aus der Nahrung erhöht. Eine Ernährungsweise, die cholesterinreduziert ist und den Genuss nicht zu kurz kommen lässt, ist daher von großem Vorteil für die Gesundheit bei Diabetes.

Wo steckt viel Cholesterin drin?

Cholesterin ist in allen tierischen Produkten enthalten, insbesondere in fettreichen tierischen Produkten. Je weniger davon gegessen wird, desto niedriger fällt in der Regel auch der Wert für LDL-Cholesterin aus. Alle pflanzlichen Lebensmittel enthalten gar kein Cholesterin – auch nicht in Spuren. 

Wie lässt sich das gute Cholesterin erhöhen?

Gutes Cholesterin lässt sich relativ einfach erhöhen: durch reichliche Zufuhr von pflanzlichen Lebensmitteln – also Obst, Früchte, Gemüse, Salate, Rohkost, Kräuter & Saaten aller Art. Auch regelmäßige Bewegung erhöht das gute Cholesterin nachweislich.

Und was ist mit medikamentösen Cholesterinsenkern?

Cholesterinsenker zählen zu den Standardmedikamenten, die bei Diabetes häufig verschrieben werden.

Leider sind viele blutfettsenkenden Medikamente mit Nebenwirkungen wie Konzentrations- und Gedächtnisstörungen verbunden. Denn der Cholesterinspiegel wird nicht nur im Blut gesenkt, sondern auch im Gehirn. Das kann sich auf die Gehirnleistung negativ auswirken.

Auch die Erfolgsquote der Cholesterinsenkung ist eher gering: die Wahrscheinlichkeit, dass bei regelmäßiger Einnahme von medikamentösen Cholesterinsenkern ein aktues Herz-Kreislauf-Problem (z.B. Herinfarkt, Schlaganfall) vermieden wird, liegt lediglich bei einigen Prozent.

Dennoch sollten Medikamente nie eigenmächtig abgesetzt werden! Sinnvoller ist es, natürliche Cholesterinsenker zu kennen und auszuprobieren.

Sollten sich die Cholesterinwerte mithilfe natürlicher Cholesterinsenker verbessern, ist der behandelnde Arzt sicherlich dazu bereit, medikamentöse Cholesterinsenker entsprechend anzupassen.

Welche natürlichen Cholesterinsenker gibt es?

Pflanzliche Nahrung wirkt cholesterinsenkend

Bewährte Cholesterinsenker sind Lebensmittel, die Phytosterine und Phytostanole enthalten. Phytosterine und Phytostanole sind in grünem, gelbem und orangem Obst und Gemüse sowie in Nüssen, Samen, Kernen und Hülsenfrüchten wie z.B. Bohnen, Linsen, Erbsen, Lupinen und Soja enthalten. Auch in Pflanzenölen sind Phytosterine enthalten.

Die Wirkung von Sterinen ist schon lange bekannt: bereits im Jahr 1951 wurde das cholesterinsenkende Potenzial entdeckt und seither in vielen klinischen Studien bestätigt. 1 bis 4 g Phytosterine sind im Durchschnitt dazu in der Lage, den LDL-Cholesterin-Spiegel um 5 bis 15 % zu senken.

Ballaststoffe wirken cholesterinsenkend

Der Cholesterinspiegel lässt sich mithilfe von Ballaststoffen gleich auf mehrfache Weise absenken:

Ballaststoffe binden Gallensäuren und als Konsequenz muss die körpereigene Produktion von Gallensäuren erhöht werden, wofür wiederum LDL-Cholesterin benötigt wird. Die Folge: der „schlechte“ LDL-Cholesterinspiegel sinkt.

Ballaststoffe tragen auch indirekt zur Senkung des Cholesterinspiegels bei, weil mehr Pflanzliches und weniger Tierisches gegessen werden. Nur tierische Produkte enthalten Cholesterin – pflanzliche Produkte enthalten gar kein Cholesterin.

Fasten wirkt cholesterinsenkend

Der freiwillige Verzicht auf Nahrung lässt sich mit „Ballast abwerfen“ vergleichen, was sich auf viele Erkrankungen günstig auswirkt. Der Grund ist, weil beim Fasten der Körper dazu gezwungen ist von seinen Reserven zu leben und Überschüssiges zu verwerten – eine überaus wichtige Gesundheitseigenschaft, die allerdings nur in Notzeiten aktiv ist.

Für den Körper gibt es auch eine ganz andere Form der Notzeit, nämlich Überernährung. Zu hohes Cholesterin wird beim Fasten effektiv abgebaut – im Durchschnitt um 30 Prozent.

Es gibt viele Formen des Fastens – zum Beispiel Verzicht auf feste Nahrung für einige Tage oder Intervallfasten (z.B. einen Tag essen, einen Tag nicht essen), Abendfasten (z.B. Dinner Canceling), Suppentage und viele mehr.

Achtung! Wer die medizinische Wirkung von Fasten ausprobieren möchte, sollte das vorher mit seinem Arzt abkären, damit die Therapie im Bedarfsfall angepasst wird. Ansonsten könnten Unterzuckerungen drohen – beispielsweise bei Behandlung mit Insulin sowie bei Behandlung mit insulinfreisetzenden Medikamenten!

Bewegung wirkt cholesterinsenkend

Bewegung ist gesund. Bereits leichte bis mäßige Bewegung trainiert die Muskulatur und hat günstigen Einfluss auf körperinterne Stoffwechselprozesse: zu hohes LDL-Cholesterin wird erniedrigt und günstiges LDL-Cholesterin erhöht. Positive Effekte zeigen sich auch bei regelmäßigen Spaziergängen in moderatem Tempo.

Früher musste man für das Essen entweder auf die Jagd gehen oder Obst, Gemüse und Kräuter sammeln. Das ist nicht lange her und in ärmeren Land noch immer Praxis, weshalb unsere Gene noch immer ähnlich programmiert sind. Wer essen und dabei gesund bleiben will, muss sich auch bewegen!

Ist Cholesterin nur schlecht?

Nein natürlich nicht! Cholesterin ist eine lebenswichtige Substanz, die sich der Körper selbst produzieren kann und daher über die Nahrung nicht zugeführt werden muss.

Wie für Vieles auf der Welt gilt auch für Cholesterin weder schwarz noch weiß. Einerseits ist zu viel über die Nahrung zugeführtes Cholesterin in zu hohen Mengen schädlich, anderseits ist das im Körper gebildete Cholesterin für das Funktionieren vieler Aufgaben wichtig.

So ist Cholesterin unverzichtbarer Bestandteil der Zellwände (insbesondere der Nerven), sowie Ausgangssubstanz wichtiger Hormone, Gallensäuren und Vitamin D. Cholesterin ist auch für die Embryoentwicklung essenziell.

Fazit Cholesterin in Zusammenhang mit Diabetes

Je weniger Cholesterin über die Nahrung aufgenommen wird, desto schöner ist der Cholesterinspiegel am Befund und desto überflüssiger werden in der Regel Cholesterinsenker.

Je schöner die Cholesterinwerte sind, desto niedriger ist auch das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und alle anderen diabetischen Folgeschäden.

Es lohnt sich daher bei Diabetes ganz besonders, einen schönen Cholesterinspiegel anzustreben – idealerweise mithilfe von Ernährung, Bewegung und gesundem Wohlfühlgewicht!

Das könnte „Wunder“ bewirken sowie Gesundheit, Wohlbefinden und Lebensqualität in nie dagewesener Form verbessern! Auf einen Versuch kommt es an!

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