Ernährung

Richtige Ernährung bei Diabetes

Aktualisiert am 12.09.2018

Ernährung bei Diabetes

Ernährung ist ein zentrales Element in der erfolgreichen Diabetestherapie. Die Schulmedizin definiert Ernährungsmedizin als gleichwertige Behandlungssäule wie die Therapie mit Medikamenten und Insulin.

Gibt es eine Diabetesdiät?

Es gibt keine strenge Diabetesdiät. Für Diabetespatienten gelten die selben Ernährungsempfehlungen wie für den Rest der Menschen. Diese enthalten bereits viele Möglichkeiten, die dabei helfen, die Blutzuckerwerte in einen zufriedenstellenden Bereich zu bekommen und auch zu halten. Als Basis liegt das Augenmerk auf einer gesunden, ausgewogenen und plfanzenbetonten Ernährungsweise – mit wenig Verboten, aber vielen Geboten mit ernährungstherapeutischer, blutzuckersenkender Wirkung.

Ernährungsrichtlinien bei Diabetes mellitus

  • Insgesamt gesunde, ausgewogene Ernährung
  • Viele ballaststoffreiche Lebensmittel
  • Viele komplexe Kohlenhydrate
  • Viel pflanzliches Eiweiß
  • Mehr gesunde Fette
  • Geringe Salzzufuhr

Eine vollwertige, abwechslungsreiche und pflanzenbetonte Ernährungsweise ist das Schlüsselelement für die erfolgreiche Behandlung bei Diabetes mellitus.

Ernährung unter der Lupe

Nahrung enthält drei Hauptnährstoffe. Dazu zählen Kohlenhydrate, Fett und Eiweiß. Alle drei Hauptnährstoffe dienen (unter anderem) der Energiegewinnung. Eiweiß fungiert zusätzlich als Baustoff, der für das Wachstum und den Ersatz von Körpersubstanz benötigt wird. Darüber hinaus liefert Nahrung Mikronährstoffe wie Vitamine und Mineralstoffe sowie sekundäre Pflanzenstoffe, die überwiegend in pflanzlichen Lebensmitteln sind. Mikronährstoffe und andere Pflanzenbestandteile übernehmen lebensnotwendige Funktionen, damit die Stoffwecheselvorgänge im Körper reibungslos funktionieren können – zum Beispiel der Blutzuckerstoffwechel.

Was sind Kohlenhydrate?

Kohlenhydrate sind wichtige Energielieferanten und Nährstoffe. Bei Diabetes kommt den Kohlenhydraten ein beachtenswerter Stellenwert zu, weil sie direkt blutzuckersteigernde Wirkung ausüben. Kohlenhydrate sind in vielen Nahrungsmitteln in Form von Einfachzuckern enthalten: zum Beispiel als Glukose (Traubenzucker) oder Fruktose (Fruchtzucker). Zusätzlich gibt es Zweifachzucker wie Saccharose (Haushaltszucker) und Laktose (Milchzucker) sowie Vielfachzucker wie Stärke. Zucker werden im Dünndarm zu Einfachzuckern aufgespalten. In Form von Glukose kann Zucker über die Darmwand ins Blut aufgenommen werden und  für die Energiegewinnung genützt werden. Glukose ist der wichtigste Einfachzucker, weil er das bevorzugte Energiesubstrat des Körpers ist. Mehr Infos zu den Kohlenhydraten gibt es hier.

Der wichtigste Einfachzucker ist Glukose. Die vielen verschiedenen Zuckerketten aus diversen kohlenhydrathaltigen Nahrungsmitteln werden im Darm zu Glukose gespalten.

Wie wirken sich Kohlenhydarte auf den Blutzucker aus? Kohlenhydrate erhöhen den Blutzucker direkt.

Was sind Fette?

Fette versorgen den Körper mit Energie. Verglichen mit Kohlenhydraten und Eiweiß, ist der Kaloriengehalt von Fetten etwa doppelt so hoch: 1 Gramm  Fett enthält 9 Kilokalorien, Kohlenhydrate und Eiweiße hingegen nur 4 Kilokalorien pro Gramm. Wie der Name schon andeutet, ist ein übermäßiger Fettverzehr die wichtigste Ursache für das Entstehen von Übergewicht und übergewichtsbedingten Zivilisationserkrankungen.

Es ist daher empfehlenswert, sparsam mit Fetten und fettreichen Lebensmitteln umzugehen. Das gilt für sichtbare Fette wie zum Beispiel Butter, Margarine, Speiseöl ebenso wie für versteckte Fette aus Milch-, Fleisch- und Süßwaren.

Zusätzlich ist es wichtig, zwischen gesunden und ungesunden Fetten zu unterscheiden. Während Fette tierischer Herkunft das Herz-Kreislauf-System belasten, weil sie Gefäßverkalkungen (Arteriosklerose) fördern, eignen sich Fette pflanzlicher Herkunft dazu, die Gesundheit sogar zu verbessern.

Entscheidend bei der Zufuhr von Fetten sind daher nicht nur Menge, sondern auch Art und Qualität der Fette. Mehr Infos zu den Fetten gibt es hier.

Wie wirken sich Fette auf den Blutzucker aus? Fette erhöhen den Blutzucker indirekt.

Was sind Proteine?

Proteine (Eiweiß) sind lediglich im „Notfall“ ein Energielieferant. In erster Linie liefert Eiweiß dem Körper hochwertige Baustoffe, die für die Entwicklung und den Erhalt des Körpers erforderlich sind. Eiweiß ist daher wichtige Bausubstanz, von der ausreichend zugeführt werden muss.

Eine bedarfsgerechte Eiweißversorgung ist nicht nur über tierische Lebensmittel, sondern auch über Pflanzliche möglich. Im Rahmen einer abwechslungsreichen, pflanzenbetonten Ernährung braucht man keinen Eiweißmangel zu befürchten. Denn nicht nur tierisches Eiweiß, sondern auch pflanzliches Eiweiß aus beispielsweise Getreide, Hülsenfrüchten und Gemüse liefern hochwertiges Eiweiß´für Baustoffe – und das in ausreichender Dosis.

In kleinen Mengen erhöht Eiweiß den Blutzucker normalerweise nicht in nennenswerter Höhe. Große Eiweißmengen, insbesondere außerhalb ausgewogener Mahlzeiten, können den Blutzucker hingegen schon ansteigen lassen – in manchen Fällen sogar so sehr, sodass bei insulinpflichtigem Diabetes die zusätzliche Gabe von Insulin notwendig werden kann. Mehr Infos zu den Proteinen gibt es hier.

Wie wirk sich Eiweiß auf den Blutzucker aus? Eiweiß erhöht den Blutzucker indirekt.

Wasser

Wasser ist für viele Vorgänge im Körper unverzichtbar. Es dient der Wärmeregulation, der Bildung von Blut, Bildung von Lymphflüssigkeit und Verdauungssäften, dem Transport von Nährstoffen, der Ausscheidung und vielem anderem mehr. Die tägliche Wasserzufuhr in ausreichender Menge ist lebensnotwendig!

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  • Gabriele kure sagt:

    Sehr interessant , animiert zu probieren