Ernährung

Fette und Diabetes

Aktualisiert am 27.07.2018

Fette und Diabetes

Fette versorgen den Körper mit Energie. Verglichen mit Kohlenhydraten und Eiweiß, ist der Kaloriengehalt der Fette etwa doppelt so hoch: 1 g Fett liefert 9 Kilokalorien, Kohlenhydrate und Eiweiß jeweils 4 Kilokalorien pro Gramm.

Fette sind als Träger von Geschmacks- und Aromastoffen in vielen Speisen enthalten. Zusätzlich sind sie für bestimmte Funktionen im Organismus zuständig. Wie der Name schon andeutet, ist ein übermäßiger Fettverzehr die wichtigste Ursache für Übergewicht und übergewichsbedingte Zivilisationserkrankungen.

Aufgaben der Fette

Energie

Fette sind wichtige Energielieferanten; sie liefern mit 9 kcal pro Gramm Fett die meisten Kalorien von allen Hauptnährstoffen. Bei einem normalgewichtigen Erwachsenen beträgt der Speicher rund 12 kg, was eine Energiemenge von etwa 8.4000 kcal ergibt. Bei fehlender Nahrungszufuhr liefert ein solcher Speicher Energie für mehrere Wochen und dient als wichtiger Überlebensschutz.

Strukturgeber und Schutz

Zusätzlich dienen Fette als Ausgangssubstanz für die Bildung von Hormonen und hormonähnlichen Substanzen, sichern die Versorgung mit essenziellen Fettsäuren und dienen als Schutzpolster, Stütze und Wärmeschutz.

Vitaminaufnahme

Fette sind Träger der fettlöslichen Vitamine A, D, E und K und als solche für die erfolgreiche Aufnahme im Körper zuständig. Fette sind für eine zufriedenstellende Vitaminversorgng somit essenziell.

Fett ist nicht gleich Fett

Allerdings sind Fette nicht gleich Fette: sie unterteilen sich in gesättigte und ungesättigte Fettsäuren – die einzelnen Fette unterscheiden sich in ihrem gesundheitlichen Stellenwert enorm.

Unterteilung der Fette

Gesättigte Fettsäuren

Gesättigte Fettsäuren besitzen ausschließlich Einfachbindungen und keine Doppelbindungen. Sie werden über die Nahrung zugeführt, können aber auch aus Traubenzucker (Glukose) aufgebaut werden. Gesättigte Fettsäuren kommen überwiegend in tierischen Lebensmitteln, insbesondere in fetten Milchprodukten wie Butter und Schlagobers, Wurst, Fleisch und Schmalz vor – sowie aus pflanzlicher Quelle – in Kokosfett und Palmöl. Gesättigte Fettsäuren übernehmen als Bestandteile der Zellmembran wichtige Aufgaben. Dennoch sollten sie maximal in kleinen Mengen konsumiert werden, weil sie  Cholesterinwerte und das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen können.

Einfach ungesättigte Fettsäuren

Einfach ungesättigte Fettsäuren enthalten nur eine Doppelbindung. Ein bekannter Vertreter ist die Ölsäure. Einfach ungesättigte Fettsäuren sind in pflanzlichen Ölen enthalten. Gesundheitlich wird ihnen wird eine günstige Wirkung auf die Blutfette zugeschrieben. Gute Quellen für gesättigte Fettsäuren sind Olivenöl und Rapsöl.

Mehrfach ungesättigte Fettsäuren

Mehrfach ungesättigte Fettsäuren besitzen mehrere Doppelbindungen. Zu den wichtigsten Vertretern zählen die Omega-3-Fettsäuren und Omega-6-Fettsäuren.

Alpha-Linolensäure, Eicosapentaensäure und Docosahexaensäue sind Omega-3-Fettsäuren; sie erweitern die Blutgefäße, verbessern die Fließeigenschaft des Blutes, senken die Blutfettwerte (Cholesterin und Triglyzeride) und beugen Ablagerungen in Blutgefäßen vor. Zusätzlich beeinflussen sie das Immunsystem und hemmen Entzündungsreaktionen. Insgesamt wird ihnen thrombosehemmende, gefäßerweiternde, blutdrucksenkende und entzündungshemmende Wirkung zugschrieben.

Omega-6-Fettsäuren haben ebenfalls einen hohen gesundheitlichen Stellenwert, fördern aber in zu hoher Zahl auch Entzündungen. Eine besonders wichtige Omega-6-Fettsäure ist die Linolsäure. Auch die Arachidonsäure ist eine bekannte Omega-6-Fettsäure, sie ist verantwortlich für viele Entzündungsreaktionen.

Transfettsäuren

Transfettsäuren entstehen als unerwünschtes Nebenprodukt bei der Fetthärtung und kommen in industriellen Lebensmitteln (Backwaren, Süßwaren, Müsliriegel, Fast Food, Frittiertes) sowie in Milchprodukten vor.

Für die Gesundheit sind sie problematisch, weil sie sie das gute Cholesterin erniedrigen, das schlechte Cholesterin erhöhen, vermehrt Plaques in den Arterien ablagern, Arteriosklerose fördern und  essenzielle Fettsäuren in ihrer Wirkung hemmen. Daher werden Trans-Fette dafür verantwortlich gemacht, Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu fördern.

Alle Fertiglebensmittel mit gehärteten Fetten müssen im Zutatenverzeichnis mit dem Zusatz „pflanzliches Fett gehärtet“ oder „teilweise gehärtet“ auf Transfettsäuren verweisen.

Wieviel Fett darf man bei Diabetes essen?

Aufgrund des hohen Energiegehalts von Fetten ist es empfehlenswert, sparsam mit Fetten und fettreichen Lebensmitteln umzugehen. Das gilt für sichtbare Fette wie zum Beispiel Butter, Margarine, Speiseöl ebenso wie für versteckte Fette in beispielsweise Fleisch, Wurst, Speck, Fisch, Käse, Sahne, Milch, Pommes, Chips, Nüssen, Keksen, Kuchen, Schoko und vielen Süßigkeiten.

Bei Normalgewicht sind einfache Regeln wie Brot dünn mit Fett bestreichen, mit wenig Wurst beziehungsweise Käse belegen, kleine fetthaltige Portionen verzehren, ausreichend. Es sollte zur Gewohnheit werden, sparsam mit sichtbaren und versteckten Fetten umzugehen. Bei Übergewicht macht es zusätzlich Sinn, auf den Fettgehalt der einzelnen Produkte zu achten und die fettarmen Varianten zu bevorzugen.

Welche Fette sind geeignet?

Nicht nur die Menge, sondern auch die Qualität der verzehrten Fette spielen eine Rolle, wenn es um gesunde Ernährung geht. Empfehlenswert sind Pflanzenfette wie zum Beispiel Sonnenblumen-, Maiskeim-, Soja- oder Olivenöl. Hinweise auf eine gute Fettqualität liefern die Bezeichnungen „kalt gepresst“ und „nicht raffiniert“. Bei Margarine sind Produkte mit dem Aufdruck „Pflanzenmargarine“ und „ungehärtet“  günstig. Sie alle enthalten wertvolle ungesättigte Fettsäuren.

Butter und andere tierische Fette wie zum Beispiel fetter Käse, Schmalz, fette Wurst oder fettes Fleisch sollten prinzipiell sparsam verwendet werden. Das gilt auch für Backwaren und Süßigkeiten, weil sie zusätzlich zum Zuckergehalt einen hohen Anteil an ungünstigen Fettsäuren aufweisen. Im Übermaß verzehrt, tragen gesättigte Fettsäuren zur Schädigung der großen und kleinen Blutgefäße bei und verstärken Gewichtsprobleme.

Haben Fette Einfluss auf den Blutzuckerspiegel?

Fette üben keinen direkten Einfluss auf den Blutzuckerspiegel aus, müssen also nicht direkt berechnet werden. Allerdings führen zu viele Fette aufgrund des hohen Energiegehalts bei allen Menschen zu Übergewicht – unabhängig von deren Herkunft.

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