Insulin

Wirkweise von Insulin

Aktualisiert am 27.07.2018

Wirkweise von Insulin

Insulin ist ein Hormon, das für die Regulation des Blutzuckers benötigt wird. Es sorgt dafür, dass Glukose (= Zucker = Traubenzucker) in die Zelle gelangen kann, wodurch der Blutzuckerspiegel absinkt. Bei einem Mangel an Insulin steigt der Blutzuckerspiegel dagegen an.

Insulin wird in den B-Zellen der Langerhans´schen Inseln der Bauchspeicheldrüse gebildet. Es zählt zu den Eiweißhormonen, und setzt sich aus vielen Aminosäuren zusammen.

Wirkung von Insulin im Detail

Insulin transportiert Glukose in Muskulatur und Fettgewebe

Insulin sorgt dafür, dass Glukose in die Zellen von Muskulatur und Fettgewebe einströmen kann. Das ist wichtig, damit die Zellen des Körpers ihre Energie aus Glukose gewinnen können. Damit Körperzellen Energie erhalten, muss Glukose die Außenwand passieren und in Zelle gelangen können. Das ist in Gehirnzellen, Leberzellen, Nervenzellen und Blutzellen ohne Insulin möglich. Die Zellen von Muskulatur und Fettgewebe sind hingegen auf Insulin angewiesen: Insulin sorgt dafür, dass sich die Muskel- und Fettgewebszellen öffnen und infolge die Glukose hineingelangen kann – ähnlich einem Schlüssel-Schloss-Prinzip.

Blick in den Verdauungstrakt

Die Nahrung gelangt über die Mundhöhle und Speiseröhre in den Magen. Von dort aus gelangt sie in kleinen Rationen in den Dünndarm. Im Dünndarm wird der Nahrungsbrei mit den Verdauungssäften von Darm, Bauchspeicheldrüse und Leber vermischt. Dadurch werden die Nahrungskomponenten in kleine Bruchstücke zerlegt. Es gibt drei Hauptnährstoffgruppen, zu welchen Kohlenhydrate, Proteine und Fette zählen.

Bei Diabetes stehen die Kohlenhydrate im Vordergrund, weil Kohlenhydrate zu Glukose abgebaut und über die Dünndarmwand ins Blut abgegeben werden – mit der unmittelbaren Folge, dass der Blutzuckerspiegel ansteigt. Das Blut verteilt die Glukose über das Gefäßsystem im gesamten Körper, damit alle Zellen mit Energie versorgt werden können. Die Voraussetzung für die Energieversorgung mit Glukose ist immer, dass diese in die Zelle hineingelangen kann – der Schlüssel dafür ist Insulin.

Was passiert bei einem Insulinmangel?

Bei einem Insulinmangel kann keine Glukose in die Muskel- und Fettzellen einströmen. Die Glukose staut sich dann im Blut zurück und der Blutglukosespiegel steigt immer höher an. Jene Zellen, die Glukose benötigen würden – beispielsweise Muskelzellen – hungern hingegen, ihnen fehlt Energie und ihre Funktion kommt immer mehr zum Stillstand.

Was passiert bei einem Insulinüberschuss?

Bei Insulinüberschuss gelangt zu viel Glukose aus dem Blut in die Muskel- und Fettzellen – mit der rasch einsetzenden Folge, dass der Blutglukosespiegel gefährlich absinken kann.

Insulin reguliert den Zuckerstoffwechsel in der Leber

Insulin spielt auch bei der Glukosebereitstellung in der Leber eine wichtige Rolle. Die Leber kann Glukose speichern (in Form von Glykogen), Zucker neu produzieren und im Bedarfsfall – beispielsweise bei einem Mangel an Glukose – ans Blut abgeben. Wenn nach der Nahrungsaufnahme der Blutglukosespiegel ansteigt und keine Glukose benötigt wird, sorgt Insulin dafür, dass die Leber keinen Zucker an das Blut abgibt. Insulin hemmt somit die Freisetzung von Glukose aus der Leber und wirkt einem Blutzuckeranstieg entgegen.

Blick in die körperinterne Blutzuckerregulation

Die Leber wird auch als chemische Fabrik des Körpers bezeichnet. In den Leberzellen finden zahlreiche chemische Umsetzungen statt. Einige Substanzen werden um- und abgebaut, andere neu aufgebaut. So werden beispielsweise die Einfachzucker Fruktose (Fruchtzucker) und Galaktose (Schleimzucker) in der Leber zu Glukose (Traubenzucker) umgebaut. Und in Zeiten der Nahrungskarenz, in welcher es zu keinem Nachschub an Glukose über die Nahrung kommt, sorgt die Leber für die Energieversorgung des Körpers, indem sie Zucker produziert und diesen auch an das Blut abgibt. Insulin steuert die Glukoseproduktion in der Leber so, dass der Blutglukosespiegel nach den Mahlzeiten nicht zu stark ansteigt und während der Fastenperiode nicht zu stark absinkt.

Insulin produziert Glukose aus anderen Nährstoffen

Insulin ist dazu in der Lage, aus Bruchstücken anderer Nährstoffe Glukose zu produzieren – zum Beispiel aus Eiweiß. Um das zu verstehen, im Folgenden, was während, nach und zwischen den Mahlzeiten mit dem Blutglukosespiegel geschieht:

Blick in die körperinterne Aufrechterhaltung eines gesunden Blutzuckerspiegels

Während einer Mahlzeit sowie etwa 1 bis 2 Stunden nach einer Mahlzeit steigt der Blutzucker an. Bei Gesunden wird der Blutzuckerspiegel durch die Nahrungsglukose im Normalbereich zwischen 65 und 125 mg/dl gehalten. Wenn danach die Nahrung vollständig abgebaut ist und keine Glukose mehr über die Nahrung zugeführt wird, bestünde die Gefahr, dass der Blutzuckerspiegel gefährlich absinkt. Um das zu verhindern, dient die Leber als Speicher, Produzent udn Lieferant von Glukose – die Leber kann den Zucker speichern und/oder aus diversen Substanzen bilden und schließlich zur Verfügung stellen. Dadurch wird erreicht, dass auch zwischen den Mahlzeiten, während kurzer Fastenperioden untertags und in der Nacht der Blutzuckerspiegel auf einem guten Niveau (zwischen 65 und 125 mg/dl) gehalten wird.

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