Ernährung

Mediterrane Ernährung und Diabetes Typ 2

Mediterrane Ernährung und Diabetes Typ 2

Mediterrane Ernährung erfreut sich weltweit großer Beliebtheit. Denn sie gilt als gesund und schmeckt. Mediterrane Ernährung wird auch bei Diabetes mellitus Typ 2 häufig empfohlen. Lesen Sie hier, was mediterrane Kost ausmacht und welche Vorteile sie in Bezug auf Diabetes Typ 2 bringt.


Was ist mediterrane Ernährung?

Mediterrane Ernährung ist bekannt und beliebt. Denn sie ist bekömmlich und schmeckt. Mediterrane Ernährung hat sich aber auch in Bezug auf die Gesundheit als positiv erwiesen. Insbesondere wegen ihrer schützenden Wirkung auf die Blutgefäße, was sich auf das Herz-Kreislauf-System und auf die Herzgesundheit günstig auswirkt.

Unter mediterraner Ernährung versteht man die traditionelle Mittelmeerküche. Die mediterrane Ernährungsweise beschränkt sich nicht auf eine einzige Küche alleine. Sie leitet sich aus verschiedenen Landesküchen der Mittelmeerregion ab – diese Küchen weisen viele gemeinsame Elemente wie zum Beispiel die häufige Verwendung von Olivenöl, mediterranen Kräutern und Knoblauch auf; im Detail unterscheiden sich aber teils erheblich voneinander. Die mediterrane Ernährung gilt als so wertvoll, dass sie von er UNESCO im November 2010 in der repräsentativen Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit aufgenommen worden ist.

Gesundheitliche Wirkung von mediterraner Ernährung

Mehrer groß angelegte Studien haben festgestellt, dass bei Bewohnern der Mittelmeerländer eine geringere Häufigkeit von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Bluthochdruck, Diabetes Typ 2, Übergewicht auftritt. Zudem ist die Lebenserwartung tendenziell höher im Vergleich zu Nordeuropa und den USA. Es wurde ein Zusammenhang mit der Ernährung in diesen Ländern festgestellt. Das war Anlass für weitere Studien:

Dabei wurde festgestellt, dass eine mediterrane Ernährung sich in Bezug auf Blutdruck, Blutfette, Blutzucker, Entzündungsprozesse und Gewicht insgesamt positiv auswirkt, was für die Gefäßgesundheit von großer Bedeutung ist. Mediterrane Ernährung ist dadurch imstande, eine Vielzahl an gefährlichen Gesundheits-Risikofaktoren zu reduzieren.

Das war der Anlass, Ernährungsempfehlungen zu entwickeln, die unter dem Namen „Mittelmeerdiät“ bekannt geworden sind.

Studienergebnisse bezüglich Mediterraner Diät und Diabetes mellitus Typ 2

Ein Blick auf wissenschaftliche Studien (RCTs und Meta-Analysen) zeigt Folgendes:

Mediterrane Ernährung verbessert den Blutdruck

Mediterrane Ernährung wirkt sich bei Bluthochdruck blutdrucksenkend aus – sowohl systolisch als auch diastolisch. Bluthochdruck ist ein ernstzunehmender Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Je höher der Blutdruck, desto intensiver muss das Herz arbeiten und desto eher kommt es zu einer Verdickung und Überbeanspruchung des Systems. Eine Normalisierung des Blutdrucks hingegen bedeutet eine Entlastung des Herz-Kreislauf-Systems. Mediterrane Ernährung wirkt sich diesbezüglich günstig aus.

Mediterrane Ernährung verbessert die Blutfette

Mediterrane Ernährung wirkt sich auf das Gesamtcholesterin und Triglyzeride senkend und auf das HDL-Cholesterin erhöhend aus. Das sind günstige Effekte, denn ein hoher Gesamtcholesterin-Spiegel ist mit einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen verbunden, während eine Erhöhung des HDL-Cholesterins als Schutzfaktor vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen wirkt. Eine Senkung der Triglyzeride geht häufig mit einem Abbau einer nicht-alkholisch bedingten Fettleber einher. Eine Normalisierung der Blutfettwerte geht mit Entkalkung der Gefäße einher, was das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen absenkt. Zum Vergleich: Zunehmende Verkalkung der Gefäße ( =Arteriosklerose) geht hingen mit einer Erhöhung des Risikos für Herz-Kreislauferkrankungen wie Herzinfarkt und Schlaganfall einher. Günstige Blutfettwerte sind für die Herz-Kreislauf-Gesundheit wichtig und mediterrane Ernährung fördert diese Prozesse.

Mediterrane Ernährung verbessert das Gewicht

Mediterrane Ernährung wirkt sich auf das Gewicht und den BMI positiv aus. Eine Gewichtsnormalisierung wirkt sich auf die Gefäße und das Herz-Kreislauf-System entlastend aus. Und die Fettleber bildet sich zurück. Warum ist eine Gewichtsnormalisierung für die Herz-Kreislauf-Gesundheit wichtig? Der Grund ist, weil sich Risikofaktoren zurückbilden – so ist bei Bluthochdruck eine Senkung des Blutdrucks mit jedem abgebauten Kilogramm Fett nachweisbar und auch Insulinresistenz und Insulinwirksamkeit steigen mit der Gewichtsabnahme. Entfettung der Organe verbessert zusätzlich die Blutzuckerregulation.

Mediterrane Ernährung verbessert den Blutzucker

Mediterrane Ernährung wirkt sich günstig auf den Blutzuckerspiegel aus – sowohl auf den Mahlzeitenblutzucker (Blutzuckeranstieg nach der Nahrungsaufnahme) als auch auf den Langzeitzucker HbA1c. Denn: je nährstoffreicher, pflanzenreicher und ballaststoffreicher die Ernährung gestaltet ist, desto flacher steigt der Blutzucker. Enthaltene Vitamine, Mineralstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe besitzen Wirkkombinationen, die die körpereigene Blutzuckerregulation positiv beeinflussen. Je mehr nährstoffreiche, gesunde Kost gegessen wird, desto weniger nährstoffarme, ungesunde Kost wird gleichzeitig aufgenommen. Diese Kombination wirkt sich auf den Blutzuckeranstieg nach der Mahlzeit und auf den Langzeitzuckerverlauf günstig aus.

Mediterrane Ernährung reduziert das metabolische Syndrom

Das metabolische Syndrom (gleichzeitiges Auftreten von erhöhtem Blutzucker, erhöhtem Blutdruck, erhöhten Blutfetten und/oder Übergewicht) bildet sich insgesamt zurück. In Studien konnte gezeigt werden, dass Patienten, die eine mediterrane Ernährung umgestellt haben, ein um 49 % erhöhte Wahrscheinlichkeit aufwiesen, das metabolische Syndrom zur Gänze abzubauen. Also wesentliche Risikofaktoren für diabetische Folgeerkrankungen zu vermeiden.

Mediterrane Ernährung ist ein Schutz vor diabetischen Folgeerkrankungen

Studien zeigen, dass Menschen mit überwiegend mediterraner Ernährung ein 19- bis 23-prozentig geringeres Risiko haben, an Diabetes mellitus Typ 2 zu ekranken. Das ist verständlich, denn mediterrane Ernährung wirkt sich auf Risikofaktoren für Diabetes Typ 2 hemmend aus. Das hilft dabei, einen drohenden Diabetes Typ 2 erst gar nicht entstehen zu lassen genauso wie einen bestehenden Diabetes Typ 2 zu verbessern. Thema Vererblichkeit.

Wie sind diese günstigen Gesundheitswirkungen möglich?

Die Wissenschaft erklärt sich sich die gesundheitsfördernden Auswirkungen der Mediterranen Küche durch die vermehrte Einnahme von Nährstoffen und gleichzeitige Reduktion von Fleisch. Die Hauptkomponente Olivenöl ist reich an hochwertiger einfach ungesättigter Fettsäure gemeinsam mit Schutz-Faktoren wie Gemüse, Früchten, vollem Korn, Rotwein bieten antientzündliche und antioxidative Effekte durch die Erhöhung von Polyphenolen und Ballaststoffen. Auffallend ist auch eine häufige Erhöhung des Hormons Adiponektin. Auf der anderen Seite gehen die Studien davon aus, dass die Reduktion von Fleisch und Frittiertem dazu führt, dass insgesamt weniger gesättigte Fettsäuren und Nahrungscholesterin aufgenommen wird. Die Kombination aus mehr gesunder Kost und gleichzeitig weniger ungesunder Kost fördert die Verbesserung der körperinternen Zuckerregulierung, die Normalisierung des Gewichts und damit eine signifikante Erhöhung der Gesundheit für Herz und Gefäße.


Was ist Adiponektin? Das Hormon Adiponektin verbessert die Insulinwirksamkeit und die Aufnahme von Zucker aus dem Blut in die Zellen und schützt vor Gefäßschäden – je höher der Fettanteil durch Übergewicht, desto weniger Adiponektin wird vom Körper gebildet. Das ist der Grund, warum bei einer Gewichtsnormalisierung auch wieder mehr Adiponektin produziert wird, Mediterrane Ernährung fördert die Erhöhung von körperinternen Adiponektin zusätzlich.


Wichtige Bestandteile der Mittelmeerküche

Auch wenn es genau genommen die eine Mittelmeerküche nicht gibt, gibt es beliebte gemeinsame Nahrungsmittel, die häufig Einsatz finden in der mediterranen Speisengestaltung.

Charakteristisch ist eine pflanzenbasierte Küche bestehend aus viel Gemüse, Salat, Hülsenfrüchten, Obst, Getreide, Nüssen, fast alles mit etwas hochwertigem Olivenöl veredelt und etwas Fisch, Meeresfrüchten und meist auffallend wenig Fleisch und Milch. Und moderate Mengen an Rotwein bei insgesamt eher geringen Alkoholkonsum.

Häufige Bestandteile der Mediterranen Ernährung sind:

  • Frisches Gemüse – z.B. Tomaten, Auberginen, Zucchini, Paprika, Fenchel
  • Lauch – z.B. Knoblauch, Lauch, Zwiebeln, Jungzwiebeln
  • Getreide – z.B. Dinkel, Bulgur, Couscous, Amaranth
  • Kräuter – z.B. Thymian, Rosmarin, Koriander, Salbei, Kümmel, Anis, Oregano, Basilikum
  • Gewürze – z.B. Chili, Kurkuma, Pfeffer
  • Oliven und Olivenöl
  • Hülsenfrüchte – z.B. Linsen, Erbsen, Bohnen, Kichererbsen, Sojabohnen
  • Pilze – z.B. Champignons, Shitake-Pilze

Je unverarbeiteter desto besser

Ach für Mediterrane Ernährung gilt: je unverarbeiteter, naturbelassener, frischer die Ernährung gestaltet ist, desto besser. Denn: je mehr Lebensmittel verarbeitet werden, desto mehr verlieren sie aufgrund der Verarbeitungsprozesse an Nährstoffen. Und je verarbeiter Lebensmittel sind, desto mehr Zusatzstoffe wurden häufig zugesetzt (für Zwecke der Haltbarmachung, Geschmacksverstärkung etc.).

Fazit

Mediterrane Ernährung mit viel frischer, abwechslungsreicher und naturbelassener Nahrungsbestadteilen kann dabei helfen, die Gesundheit bei Diabetes mellitus Typ 2 günstig zu beeinflussen. Mediterrane Ernährung unterstüzt dabei, den Blutzuckerverlauf zu verbessern, ernährungsbedingte Gesundheitsrisiken zu reduzieren und diabetische Folgeschäden zu vermeiden.

Mediterrane Ernährung wird daher bei Diabetes mellitus Typ 2 als gesunde Ernährungsweise allgemein empfohlen.

Ein gutes Leben mit Diabetes Typ 2 ist möglich!


Studien:

A journey into a Mediterranean diet and type 2 diabetes: a systematic review with meta-analyses. 2015. Link: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/26260349/

Effects of Mediterranean-style diet on glycemic control, weight loss and cardiovascular risk factors among type 2 diabetes individuals: a meta-analysis. 2014, Nature. Link: https://www.nature.com/articles/ejcn2014243


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