RISIKOFAKTOREN

Ist das Metabolische Syndrom für Diabetiker gefährlich?

Metabolisches Syndrom und Diabetes

Metabolisches Syndrom und Diabetes – ist die Kombination ein Problem? Die Antwortet auf diese Frage lautet: ja das metabolische Syndrom ist ein Problem. Der Grund ist, weil das metabolische Syndrom die Gefäße belastet und Gefäßerkrankungen provozieren kann.

Was ist das metabolische Syndrom?

Das metabolische Syndrom ist eine Anhäufung von schädigenden Prozessen, die dem Gefäßsystem zusetzen und zu schwerwiegenden Folgeerkrankungen führen können.

Das metabolisches Syndrom ist keine eigenständige Erkrankung sondern die Kombination aus bauchbetontem Übergewicht, erhöhtem Blutdruck, erhöhten Blutfettwertwerten (zu viel „schlechtes“ LDL-Cholesterin, erniedrigtes „gutes“ HDL-Cholesterin, zu hohe Triglyzeride) sowie erhöhten Blutzuckerwerten.

Das Ausmaß der Blutzuckererhöhung kann beim metabolischen Syndrom unterschiedlich ausfallen – es kann sich um eine Vorstufe des Diabetes oder um einen bereits bestehenden Diabetes Typ 2 handeln.

Das metabolische Syndrom wird auch als Insulinresistenz-Syndrom bezeichnet. Insulinresistenz ist das Phänomen, dass zwar theoretisch noch genügend Insulin vorhanden ist, dieses allerdings immer schlechter wirkt. Infolge muss die Bauchspeicheldrüse immer mehr Insulin produzieren bis sie schließlich „müde“ wird und nicht mehr ausreichend Insulin produzieren kann.

Unbehandelt gilt das metabolische Sydrom als Zeitbombe, die unbedingt entschärft werden muss!

Welche Erkrankungen können durch das metabolische Syndrom entstehen?

Das metabolische Synrom begünstigt das Enstehen der gleichen Erkrankungen wie Diabetes mellitus. Es kommt zu einer Bündelung von Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen:

Bluthochdruck, Blutfetterhöhung, Übergewicht und hoher Blutzucker setzen dem Gefäßsystem zu und fördern das Entstehen von Gefäßverkalkungen – auch bekannt als Arteriosklerose.

Zu den gefürchteten Folgeerkrankungen von Arteriosklerose zählen Herzinfarkt und Schlaganfall. Auch alle anderen Folgeschäden des Diabetes an Niere, Augen und Nerven werden begünstigt.

Das metabolische Syndrom wird wegen seiner massiv gefäßschädigenden Wirkung auch als „Tödliches Quartett“ oder „Syndrom X“ bezeichnet. Die gute Nachricht: es lässt sich behandeln! 

Wie entsteht das metabolische Syndrom?

Das metabolische Syndrom ist die Folge eines ungünstigen Lebensstils. Darunter zählen ungünstige Ernährung, wenig Bewegung und chronisch überhöhtes Bauchfett.

Das Bauchfett des „Apfel-Typs“ bildet permanent Entzündungsstoffe, die sich auf den gesamten Körper negativ auswirken. Häufigste Folge der entzündlichen Fettleibigkeit ist eine Insulinresistenz, bei welcher das Insulin immer schlechter wirkt .

Je früher dieser Kreislauf unterbrochen wird, desto besser für die Gesundheit!

Wie wird das metabolische Syndrom behandelt?

Das metabolisches Syndrom ist Folge eines eher ungünstigen (verbesserbaren) Lebensstils. Der Umkehrschluss lautet, dass für eine Behandlung die Optimierung des Lebensstils nicht nur unverzichtbar ist, sondern auch das wirksamste „Medikament“ bedeutet.

Um dem metabolischen Syndrom seinen Schrecken zu nehmen, ist die Lösung denkbar einfach: gesunde Ernährung, ausreichend Bewegung und gesundes Wohlfühlgewicht haben das Potenzial, den Blutdruck in einen gesunden Bereich zu katapultieren, Blutfette zu normalisieren und den Blutzucker auf ein zufriedenstellendes Niveau zu bringen.

Die Optimierung des Lebensstils macht es möglich, das metabolische Syndrom rückgängig zu machen, gesund zu werden und beschwerdefrei zu leben.

Allerdings bleibt diese Chance viel zu oft ungenutzt, weil stattdessen Medikamente verschrieben werden. Der Griff zu Medikamenten ist schnell und vielversprechend, dennoch wirken diese nur gegen einzelne Aspekte des Syndroms und können nie die Ursache beheben. Bestenfalls leisten Medikamente Schadensbegrenzung und führen nicht selten zu Nebenwirkungen.

Je besser die Werte werden, desto weniger Medikamente müssen in der Regel ärztlich verschrieben werden. Es lohnt sich daher, regelmäßig zum Arzt zu gehen und kontrollieren zu lassen, ob diverse Pharmazeutika überhaupt noch benötigt werden – insbesondere dann, wenn der Lebensstil optimiert wurde. (Hinweis: Medikamente sollten niemals eigenständig reduziert werden, sondern nur in Absprache mit dem Arzt!!)

Es sollte sich kein Diabetespatient die Chance nehmen, das metabolische Syndrom an der Wurzel zu packen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu vermeiden. Weil es möglich ist!!

Das metabolische Syndrom ist behandelbar und Herz-Kreislauf-Erkrankungen können vermieden werden – mit der Macht von Ernährung, Bewegung und Wohlfühlgewicht!

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