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Metformin

Aktualisiert am 27.07.2018

Metformin

Metformin zählt zu den am häufigsten eingesetzten Medikamenten und gilt als Antidiabetikum der ersten Wahl. Insbesondere zu Beginn einer diabetischen Erkrankung wird es standardmäßig eingesetzt,vor allem bei übergewichtigen Diabetikern. Die Gründe sind seine belegte Wirksamkeit auf Stoffwechselentgleisungen, der geringe Einfluss auf das Gewicht und das niedrige Risiko für Hypoglykämien (Unterzuckerungen). Metformin führt durchschnittlich zu einer HbA1c-Reduktion von 1,5 % sowie zu einer Senkung des Nüchternblutzuckers um 30-40 mg/dl.

Wirkprinzip 

Metformin hemmt die körpereigene Freisetzung von Zucker aus der Leber. Es verbessert die Aufnahme von Zucker aus dem Blut in das Muskel- und Fettgewebe und verbessert die Insulinwirkung.  Darüber hinaus wird die Verstoffwechslung von Nahrungszucker in den Darmzellen gefördert, wodurch weniger Zucker aus dem Darm an das Blut weitergegeben wird.

Metformin besitzt auch günstigen Einfluss auf den Fettstoffwechsel indem Triglyzeride und Cholesterin abgesenkt werden und die Mikrozirkulation  bzw. Durchblutung der kleinsten Gefäße verbessert wird. Die Wirksubstanz stimuliert auch die Auflösung von Blutgerinnseln (Fibrinolyse) und hemmt das Zusammenkleben von Blutplättchen (Thrombozytenaggregation).

Nebenwirkungen

Bei rund 20 % der Patienten treten insbesondere zu Beginn der Behandlung Magen-Darm-Beschwerden auf, die meist nach kurzer Zeit  wieder vergehen. Geschmacksveränderungen sowie eine allgemeine Appetithemmung werden als häufige Nebenwirkung genannt. Das ist bei übergewichtigen Patienten von Vorteil, hingegen bei älteren und abgemagerten Menschen eher von Nachteil. Kontraindikationen sind wegen des Risikos von letalen Laktatazidosen besonders sorgfältig zu beachten.

Ausschlussgründe

Für Patienten mit Nierenschäden (Kreatininclearance < 60 ml/min), Pankreatitis, Leberschäden und schweren Herzerkrankungen (z.B. dekompensierte Herzinsuffizienz) ist Metformin generell ungeeignet. Auch Alkoholismus und Malnutrition (Unterernährung) zählen zu den Kontraindikationen.

Bei schweren Infekten (z.B. diabetisches Fußsyndrom, Fieber), bei bewusster Gewichtsreduktion mit einer Ernährung unter 1000 kcal, rechtzeitig vor Operationen und bei Anwendung von Röntgenkontrastmitteln muss Metformin abgesetzt werden.

Falls die eGFR unter 45 ml/min abfällt, muss Metformin ebenfalls abgesetzt werden – nach dem für Österreich gültigen Zulassungstext darf Metformin bei Patienten mit eGFR-Werten zwischen 45 – 59 ml/min bei Fehlen von anderen Risikofaktoren für Laktazidosen in einer Dosierung von 1000 mg, aufgeteilt auf 2 Dosen, eingenommen werden. Die Nierenfunktion sollte zumindest alle 3 – 6 Monate überprüft werden.

Sind Unterzuckerungen möglich?

Nach bisherigem Erkenntnisstand treten keine Unterzuckerungen auf, Metformin kann daher auch spätabends eingesetzt werden. Dadurch können die Nüchtern-Blutzuckerverwerte verbessert werden, da die nächtliche Zuckerneubildung aus der Leber durch das Medikament gehemmt wird.

Einfluss auf das Gewicht

Metformin ist gewichtsneutral, führt also zu keiner signifikanten Gewichtszunahme oder Gewichtsabnahme.

Handelsbezeichnungen von Metformin

  • Metformin®, Glucophage®, Diabetex®, Meglucon®

Bei nicht ausreichender Senkung der Blutzuckerwerte kann Metformin mit Insulin kombiniert werden oder Metformin kann mit anderen oralen Antidiabetika kombiniert werden.

Bitte beachten: die Arzneiinformationen sind mit großer Sorgfalt zusammengestellt worden, dienen aber nicht der Selbstmedikation und ersetzen auch nicht den Arztbesuch. Darüber hinaus handelt es sich um allgemeine Informationen ohne Gewähr auf Richtigkeit und Vollständigkeit.

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