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Rauchen und Diabetes

Aktualisiert am 24.11.2019

Rauchen und Diabetes

Rauchen ist schädlich. Sowohl für Nicht-Diabetiker als auch für Diabetiker. Eine Zigarette ist mit einer Chemiefabrik vergleichbar, die nach dem Anzünden eine Vielzahl an chemischen Substanzen freisetzt. Viele dieser Stoffe sind hochgiftig und gelangen durch Inhalation in den Körper, wo sie Schaden anrichten. Insbesondere an Lunge und Gefäßen. Geschädigte Gefäße zählen zu den Hauptauslösern für periphere Verschlusskrankheit, Thrombosen, Herzinfarkt und Schlaganfall.

Was ist in der Zigarette enthalten?

Die Hauptbestandteile der Zigarette sind Tabak, Nikotin, Teer, Arsen, Aceton und diverse Zusatzstoffe wie Geschmacksstoffe und Verdickungsmittel. Zündet man eine Zigarette an, so werden durch den Zigarettenrauch etwas 4000 schädliche Substanzen frei: unter anderem Benzol, Kohlenmonoxid, Stickstoffmonoxid, Blausäure und Ammoniak sowie Metalle wie Blei, Quecksilber und Chrom. Durch Inhalation vermischen sich alle Substanzen zu einem klebrigen Teer und entfalten im gesamten Körper ihre schädigende Wirkung.

Rauchen fördert Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Zigaretten enthalten hochtoxische Substanzen. Sie werden durch Aktiv- und Passivrauchen eingeatmet, jedoch kaum bis gar nicht mehr abgeatmet. Im Gefäßsystem verursacht der Rauch Entzündungen und Versteifungen an den Gefäßwänden sowie Veränderungen der Fließeigenschaften des Blutes. Das hat kranke, verengte und unelastische Gefäße zur Folge, die ihre Aufgaben immer schlechter wahrnehmen können. Es kommt zu einer Mangelversorgung aller Organe im Körper und das Risiko für eine Herz-Kreislauf-Erkrankung erhöht sich drastisch.


Über Aufbau & Aufgaben des Gefäßsystems

Das menschliche Gefäßsystem ist etwa 140.000 km lang und hat die Aufgabe, alle Teile des Körpers mit Blut zu versorgen. Die Gefäße dienen dabei als Straßensystem, wodurch das Blut Sauerstoff, Nährstoffe, Hormone und viele weitere Wirksubstanzen transportieren kann. Sind Teile der Gefäßstraßen beschädigt, kommt es zu „Lieferschwierigkeiten“ und Organe können immer schlechter versorgt werden.

Prominentes Beispiel für eine Mangelversorgung sind verengte Herzkranzgefäße, welche die Aufgabe haben, das Herz mit allem Notwendigen zu versorgen. Sind die Herzkranzgefäße beschädigt und verengt, erhalten die Herzmuskelzellen zu wenig Sauerstoff und es kommt zu einer Unterversorgung des Herzens. Typische Symptome sind Druckgefühle in der Brust (Angina pectoris) und ausgeprägte Atemnot im Ruhezustand.


Empfehlung der Nationale Versorgungsleitlinien für Koronare Herzkrankheiten

Die gefäßschädigende Wirkung von Tabakrauch ist so massiv, dass die Nationale Versorgungsleitlinie für Koronare Herzkrankheiten den vollständigen Rauchstopp als wichtigste therapeutische Einzelmaßnahme definiert (die nationale Versorgungsleitlinie dient den Ärzten als Leitfaden für die Behandlung)

Denn Raucher haben ein 5,5-fach höheres Risiko, im Laufe ihres Lebens eine Herz-Kreislauf-Erkrankung zu entwickeln – ein Risiko, das nach Rauchstopp um 50 % absinkt. Auch vorbeugend ist ein Rauchstopp von Vorteil, denn rauchende Nicht-Diabetiker haben ein um 44 % höheres Risiko an Diabetes mellitus zu erkranken als Nichtraucher.


Rauchen fördert Arteriosklerose

Bei Arteriosklerose kommt es zu chronischen Verkalkungen der Arterien aufgrund Ablagerungen (Plaques) an den Gefäßinnenwänden. Plaques können die Gefäße immer mehr verengen. Die Erkrankung verläuft typischerweise schleichend und lange Zeit symptomfrei ab. Arteriosklerose ist ein chronisch entzündlicher Prozess, der sich bevorzugt an der Aufzweigung der Hauptschlagader, an den Herzkranzgefäßen und an den großen Beinarterien manifestiert.

Bei Rauchern sind überdurchschnittlich häufig die Durchmesser jener Arterien betroffen, die Arme und Beine versorgen. Ein reduzierter Gefäßdurchmesser der Beinarterien ist Ursache für die Entwicklung des für Raucher typischen „Raucherbeins“, aber auch für die Entwicklung der „Schaufensterkrankheit“ und des „Diabetischen Fußsyndroms“. Sowohl die Schaufensterkrankheit als auch das diabetische Fußsyndrom zählen zu den gefürchteten Folgeerkrankungen bei Diabetes, die bei schlecht eingestelltem Blutzuckerspiegel häufig auftreten.

Die Kombination aus Rauchen und Diabetes bedeutet eine Doppelbelastung für die Gefäße, die das Risiko für Gefäßerkrankungen zusätzlich erhöht!

Rauchen verschlechtert die Sauerstoffversorgung

Mit jeder gerauchten Zigarette kommt es zur Inhalation von Kohlenmonoxid (CO). Dabei handelt es sich um ein giftiges Gas, das von Autoabgasen ausgestoßen wird und ab einer gewissen Menge tödlich wirkt (daher muss der Motor in einer Garage abgestellt werden bzw. darf in geschlossenen Räumen nicht mit einem klassischen Kohlengriller gegrillt werden).

Kohlenmonoxid hat die Eigenschaft, sich an rote Blutkörperchen anzuheften und deren wichtigste Funktion – den Transport von Sauerstoff – außer Gefecht zu setzen. Das ist für die Sauerstoffversorgung hochproblematisch, weil rote Blutkörperchen Sauerstoff binden und weitertransportieren. Werden rote Blutkörperchen mit Kohlenmonoxid besetzt, können sie ihren Aufgaben nicht mehr zufriedenstellend nachkommen. In Folge leidet die Sauerstoffversorgung des gesamten Körpers einschließlich jene von Haut, Organen und Gewebe.

Rauchen steigert das Thromboserisiko

Ein geschädigtes Gefäßsystem geht immer mit einem erhöhten Sauerstoffbedarf einher. Der Körper versucht den erhöhten Sauerstoffbedarf durch die vermehrte Bildung roter Blutkörperchen auszugleichen. Die Folge: das Blut wird dickflüssiger, wodurch die Gefahr für Verklumpungen und Thrombosen ansteigt. Thrombosen sind Gefäßverschlüsse durch Blutgerinnsel, die tödlich enden können.

Der Körper versucht die Situation auch durch die vermehrte Produktion roter Blutkörpchen zu kompensieren, was ihm nur teilweise gelingt und das Blut dickflüssiger macht. Das steigert die Thrombosegefahr zusätzlich. Der gesetzlich festgelegte Grenzwert für Zigarettenrauch liegt bei 10 mg. Bei Rauchern sind die roten Blutkörperchen zwischen 2 und 15 Prozent besetzt, bei Nichtrauchern sind es nur 1 Prozent.

Rauchen erhöht den Blutdruck

Sauerstoffmangel geht mit einer Steigerung der Herzfrequenz und des Blutdrucks einher, weil das Herz mithilfe vermehrter Herztätigkeit und vermehrter Blutzirkulation versucht, den Mangel auszugleichen. Verengte Blutgefäße wirken sich zusätzlich blutdrucksteigernd aus.

Rauchen fördert Wundheilungsstörungen

Wunden benötigen für die Heilung Sauerstoff. Je schlechter es um die Sauerstoffversorgung der Gewebe bestellt ist, desto schlechter schreitet die Wundheilung voran.  Wundheilungsstörungen – insbesondere im Bereich der Füße – sind auch bei nichtrauchenden Diabetikern ein häufiges Problem. Bei einem diabetischen Fuß können diese Prozesse zu einem massiven Problem werden.

Rauchen wirkt auf die Blutgefäße schädigend und erhöht die Gefahr für Herz-Kreislauf-Erkrankungen um ein Vielfaches.

Rauchen verschlechtert das Sehvermögen

Augen werden über kleine empfindliche Gefäße versorgt, die durch Nikotinkonsum Schaden nehmen und das Sehvermögen beeinträchtigen.

Rauchen steigert die Insulinresistenz

Studien haben gezeigt, dass junge, männliche Raucher 1 Stunde nach Konsum einer Zigarette eine höhere Insulinresistenz aufweisen als junge, männliche Nichtraucher – Rauchen beeinflusst die Insulinresistenz in Typ-2-Diabetikern und Gesunden offenbar gleichermaßen ungünstig.

Rauchen fördert Unfruchtbarkeit und Impotenz

Gefäßschädigungen führen zu verschlechterter Durchblutung, was Auswirkungen auf die Fortpflanzung hat. Unfruchtbarkeit und Impotenz zählen zu den diabetischen Folgeschäden, die umso wahrscheinlicher auftreten, je schlechter die Blutzuckerwerte sind. Die Kombination aus Rauchen und Diabetes erhöht die Wahrscheinlichkeit für Unfruchtbarkeit massiv.


Vorteile des Rauchstopps

Rauchen fügt dem gesamten Körper Schaden zu. Der Verzicht auf Rauchen macht sich sofort positiv bemerkbar. Die Vorteile im Überblick:

Was ein Rauchstop im Körper bewirkt…

Nach 20 Minuten
Blutdruck und Puls sind wieder im grünen Bereich und die Blutzirkulation verbessert sich.

Nach 8 Stunden
Die Zellen werden wieder normal mit Sauerstoff versorgt, das Risiko eines Herzinfarkts sinkt.

Nach 24 Stunden
Das Kohlenmonoxid aus dem Zigarettenrauch ist vollständig aus dem Körper verschwunden und abgebaut. Die Lungen beginnen Schleim und Rauchrückstände abzubauen.

Nach 48 Stunden
Der Körper ist nun nikotinfrei. Geruchs- und Geschmackssinn verbessern sich.

Nach 2-12 Wochen
Die allgemeine Zirkulation im Körper verbessert sich, was sich auf die Leistungsfähigkeit beim sportlichen Aktiviäten auswirkt.

Nach 3-9 Monaten
Atemprobleme, Atemknappheit und Keuchen verringern sich erheblich. Die Lungenfunktion verbessert sich deutlich.

Nach 5 Jahren
Das Risiko für einen Herzinfarkt ist im Vergleich zu Rauchenden nur noch halb so groß.

Quelle: www.smokefree.ch


Ein Raucher, welcher täglich 1 Packung Zigaretten raucht, gibt in seinem Leben etwa 90.000 Euro für Zigaretten aus.


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