RISIKOFAKTOREN

Welche Faktoren begünstigen Diabetes Typ 2?

Aktualisiert am 22.05.2021

Welche Faktoren begünstigen Diabetes Typ 2?

Bestimmte Einflussfaktoren begünstigen die Entwicklung des Diabetes Typ 2 enorm. 3 Risikofaktoren spielen diesbezüglich eine besonders große Rolle: dazu zählen Überernährung, Bewegungsmangel und Übergewicht.

​Überernährung

Falsche Ernährung ​gilt als Hauptauslöser für Diabetes mellitus Typ 2. Insbesondere dann, wenn ​Ernährung sehr zuckerlastig ist. Etwa 80 % aller Supermarktprodukte enthalten zugesetzten Zucker. Im Durchschnitt ​essen Menschen in den Wohnstandsländern 4 Mal mehr Zucker, als von der Weltgesundheitsorganisation WHO maximal empfohlen ist. Der Grund ist, weil Zucker so gut schmeckt, dass dieser süchtig macht.


Warum macht Zucker süchtig? Dafür gibt es viele Gründe! Ein Hauptgrund ist, dass Zucker an den gleichen Regionen im Gehirn andockt wie viele Rauschmittel. Zucker hat somit aus biologischen Gründen süchtigmachende Wirkung. ​In früheren Zeiten, als der Mensch noch in Wald und Steppe lebte, galt ein zuckerreiches Lebensmittel als Garant für seine Genießbarkeit. Zucker ​wird auch über die ​Säuglingsmilch aufgenommen. Zusätzlich setzt Zucker ​kurzfristig Glücks- und Zufriedenheitsgefühle. ​​Es gibt eine Vielzahl an Gründen, warum Zucker süchtig machen kann.


Das Problem bei Zucker ist, dass sich dieser in zu hohen Mengen auf die Gesundheit negativ auswirkt. Eine chronische Überzuckerung fördert Verzuckerungsprozesse, die Gefäßschädigungen im gesamten Körper verursachen können. Zu viel Zucker lässt die Leber verfetten, Gefäße verkalken​ und den Blutzuckerspiegel ansteigen. Zu viel Zucker überfordert auch die körpereigene Insulinproduktion der Bauchspeicheldrüse und provoziert alle Formen von diabetischen Folgeerkrankungen.

​Zudem verdrängen zuckerreiche Lebensmittel ​gesunde Lebensmittel vom Speiseplan. Das ist ein Problem, weil gesunde Lebensmittel viele Nährstoffe enthalten, die bei Diabetes gesundheitswirksam sind und ​Diabetes mellitus Typ 2 sogar umkehren können. Gesunde Lebensmittel ​weichen bei hohem Zuckerkonsum ​den ungesunden Lebensmitteln.

Die Optimierung der Ernährung ist bei Diabetes Typ 2 hochwirkungsvoll​. Ernährungsmedizin erzielt oftmals größere Gesundheitserfolge als das alleinige Setzen auf Pharmaka, was wissenschaftlich belegt ist. Problematisch ist, dass diese ​wirkungsvolle ​Chance ​in der Praxis viel zu oft ungenützt bleibt.

Gesunde Ernährung ist bei Diabetes Typ 2 wie Medizin!

​​Bewegungsmangel ​

Bewegung ist Medizin. Das gilt auch bei Diabetes mellitus Typ 2.

Bewegungsmangel ist hingegen ein echter Krankmacher. Denn der Körper besitzt Muskelmasse, die – im individuell richtigen Ausmaß – bewegt werden muss um gesund zu bleiben und auch um gesünder zu werden. Der Körper ist von naturaus ​nicht für chronische Ruhephasen konzipiert. Je weniger wir uns bewegen, desto ungesünder ist das.

Das gilt auch in Bezug auf Diabetes mellitus Typ 2. Denn Bewegung macht genau das, was ​alle Blutzuckersenker und auch Insulin versuchen – nämlich den Blutzucker zu senken​. Bewegung macht das ganz natürlich. So gesehen ist es nicht verwunderlich, dass moderate, angepasste Bewegung viel wirkungsvoller und nebenwirkungsfreier ist als pharmazeutische Blutzuckersenker.

Richtige Bewegung wirkt bei Diabetes wie ein Therapeutikum!

​Wichtig ist, ​das Ausmaß der Bewegung de​r persönlichen ​Gesundheitssituation anzupassen und​ ein eventuelles Unterzuckerungsrisiko nicht ​zu erhöhen – ​daher ärztlich abklären lassen!

​Übergewicht

Gewicht ist ein wichtiger Faktor für die Gesundheit. Übergewicht sollte bei Diabetes mellitus Typ 2 ​vermieden werden, da zu viel Gewicht krank machen und den diabetischen Therapieerfolg erschweren kann. Das hat mehrere Gründe:

​Bauchfett macht sich als überschüssiges Fett um die Taille bemerkbar, welches innere Organe verfetten lässt. Je mehr Fett im Bauchraum eingelagert wird, desto mehr Fett lagert sich auch an den körperinternen Andockstellen für Insulin und desto schlechter wirkt das Insulin. Diese Prozesse fördern eine Überbelastung der körperinternen Insulinproduktion und fördern Insulinmangel sowie Insulinresistenz enorm. Hinzu kommt, dass Bauchfett Entzündungsfaktoren freisetzt, die sich auf die Gefäße schädlich auswirken und diabetische Folgeerkrankungen fördern können.

Gewichtsnormalisierung verbessert die körpereigene Blutzucker-Regulation! 

Ein weiterer wichtiger Grund, warum Übergewicht vermieden werden sollte ist, weil Übergewicht die Bildung einer Fettleber fördert. Konkret einer sogenannten nicht-alkoholischen Fettleber, welche durch Zucker – insbesondere Fruchtzucker – verursacht wird. Die nicht-alkoholische Fettleber führt zu den gleichen Gesundheitsproblemen wie die alkoholische Fettleber. Dazu zählt insbesondere die Gefahr einer Leberzirrhose, die bis zur Funktionsaufgabe des Organs führen kann.

Warum ist eine gute Leberfunktion bei Diabetes wichtig? Die Leber spielt eine wichtige Rolle im Zuckerstoffwechsel. Die Leber reguliert den Blutzuckerspiegel, da sie bei Zuckerbedarf Zucker aus dem Leberspeicher kurzfristig bereitstellen kann, und bei Zuckerüberschuss den Zucker aus dem Blut in den Leberspeicher aufnehmen kann. Auf diese Weise ist die Leber daran beteiligt, Unterzuckerungen und Überzuckerungen entgegenzuwirken. Je verfetteter die Leber ist, desto schlechter funktioniert die körpereigene Blutzucker-Regulation.

Eine Gewichtsnormalisierung fördert die Entfettung der Leber und verbessert die Blutzucker-Regulation.

Fazit

Es gibt eine Vielzahl an natürlichen Optionen, ​um die Gesundheit bei Diabetes mellitus Typ 2 zu verbessern​. Wichtigste Basistherapie ist das Vermeiden von diabetes-begünstigenden Risikofaktoren. Das beweist eine Vielzahl an wissenschaftlichen Studien.

So ​zeigten zum Beispiel die Ergebnisse der bekannten „DiRECT“-Studie aus dem Jahr 2017, dass etwa die Hälfte der Diabetes-Typ2-Studienteilnehmer mithilfe einer Lebensstil-Optimierung nach 12 Monaten normale Blutzuckerwerte erreichen konnte ohne dafür Medikamente zu benötigen. Gründe dafür waren Ernährungsoptimierung sowie sanfte, moderate Bewegungsoptimierung unter ärztlicher Aufsicht. Die Effekte dieser Maßnahmen waren enorm: es kam zu Gewichtsreduktion samt ​Entfettung der inneren Organe Leber und Bauchspeicheldrüse. Diese Prozesse verbesserten die Produktion und Wirksamkeit von Insulin so sehr, dass sich die Blutzuckerwerte signifikant verbesserten. Bei der Hälfte der Teilnehmer kam es zu einem Stillstand (Symptomfreiheit) des Diabetes Typ 2.

Für mehr Gesundheit ist es daher empfehlenswert, diabetesbegünstigende Risikofaktoren zu vermeiden sowie gesundheitsfördernde Lebensstilfaktoren zu nützen. Das erhöht die Therapie-Chancen bei Diabetes mellitus Typ 2 enorm.

Ein gutes Leben mit Diabetes ist möglich!


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