Ernährung

Süßungsmittel und Blutzuckerwirkung

Aktualisiert am 24.02.2019

Süßungsmittel und Diabetes

Viele Menschen mögen Süßes. Diese Vorliebe ist angeboren. Ein Dessert, eine kleine Nascherei oder ein süßes Getränk bedeuten für viele Menschen Genuss und Lebensqualität. Doch es muss nicht immer Zucker sein, der für Süße sorgt. Denn es gibt viele Möglichkeiten, Süße zu erzeugen und nicht alle Süßungsmittel wirken sich auf den Blutzuckerspiegel gleichermaßen problematisch aus.

Welche Süßungsmöglichkeiten gibt es?

Zucker

Zucker (Saccharose) ist der weiße Haushaltszucker, der aus dem Zuckerrohr oder der Zuckerrübe gewonnen wird. Er ist ein Zweifachzucker, der aus einem Teil Traubenzucker (Glukose) und einem Teil Fruchtzucker (Fruktose) besteht. Zucker wird rasch aufgespalten und hebt den Blutzucker schnell an – insbesondere dann, wenn dieser pur oder als Getränk genossen wird. Zucker kommt in Gestalt von weißem Haushaltszucker, braunem Zucker, Traubenzucker, Fruchtzucker, Ahornsirup, Agavendicksaft, Birnendicksaft und Honig vor.

Praxistipp! Wenn Zucker nicht pur, sondern in einer Mahlzeiten mit Fett, Eiweiß und Ballaststoffen vermischt wird, steigt der Blutzuckerspiegel langsamer an.

Zucker kann auf der Zutatenliste unter folgenden Kennzeichnungen aufscheinen: Glukosesirup, Glukose, Saccharose, Dextrose, Maltodextrin, Maltose, Laktose. Zucker erhöht den Blutglukosespiegel und muss daher in Broteinheiten berechnet werden.

Süßstoffe

Künstliche Süßstoffe sind synthetisch hergestellte oder natürliche Süßungsmittel. Sie übertreffen die Süßkraft von Zucker um ein Vielfaches und verursachen kein Karies, weil sie von Bakterien der Mundflora nicht verstoffwechselt werden. Künstliche Süßstoffe sind kalorienfrei und enthalten keine Kohlenhydrate. Sie haben auch keinen Einfluss auf den Blutzuckerspiegel. Mittlerweile gibt es künstliche Süßstoffe in unterschiedlichen Varianten: z.B. als kleine, weiße Tabs, als Streusüße oder als klare Flüssigkeit.

Die Süßkraft der Süßstoffe ist enorm groß ist. Sehr kleine Mengen an Süßstoff reicht aus, um Getränk oder ein Dessert zu süßen. Viele Light-Produkte, Diät-Marmeladen und Fruchtsäfte enthalten Süßstoffe.

Praxistipp! Süßstoffe sind gut geeignet, um kalte und warme Getränke, Joghurt, Kompott, Topfen, Pudding, Soßen, Salatmarinaden und viele andere Speisen abzuschmecken. Zum Backen sind flüssige Süßstoffe weniger geeignet, weil sie für zuckerreiche Massen wie beispielsweise Biskuit- und Rührteig zu wenig Masse liefern. Zuckerarme Massen wie Hefe-, Knet- oder Brandteige lassen sich hingegen gut damit herstellen. Bis auf zwei Ausnahmen können zum Kochen und Backen alle Süßstoffe verwendet werden: lediglich Aspartam und Thaumatin verlieren ihre Süßkraft durch Erhitzen und eignen sich deshalb nur für kalte Gerichte und Getränke.

Zu den bekannten Süßstoffen zählen: Acesulfam K, Aspartam, Aspartam-Acesulfamsalz, Cyclamat, Neohesperidin DC, Saccharin, Sucralose, Thaumatin. Sie sind für „Naschkatzen“ unter den Diabetikern sinnvoll, weil sie den Blutzuckerspiegel kaum beeinflussen. Daher müssen sie auch nicht in Broteinheiten berechnet werden.

Zuckeraustauschstoffe

Zuckeraustauschstoffe (= Zuckeralkohole) sind süß schmeckende Naturstoffe. Sie haben eine ähnliche Süßkraft wie Haushaltszucker und verursachen kein Karies. Ihr Kaloriengehalt ist durchschnittlich um die Hälfte niedriger als klassischer Haushaltszucker. Bekannte Zuckeraustauschstoffe sind Sorbit, Erythrit und Xylit (Birkenzucker). Auch Fruktose zählt zu den Zuckeraustauschstoffen.

Zuckeraustauschstoffe werden überwiegend aus Früchten und Obst gewonnen und gelten gesundheitlich als unbedenklich.

Zuckeralkohole beeinflussen den Blutzuckerspiegel weniger als Zucker, weil sie für die Verstoffwechslung im Körper kein Insulin benötigen.

Zuckeraustauschstoffe gibt es in Pulverform zu kaufen. Zusätzlich sind sie in manchen Lebensmitteln und Getränken eingearbeitet: hauptsächlich zum Süßen von Getränken, Marmeladen, Keksen, Bonbons, Kuchenteigen, Frucht- und Milchdesserts, Light-Produkten und Fruchtsäften eingesetzt. Dabei kann- je nach Art des Zuckeraustauschstoffs – der Energiegehalt und die Höhe des Blutzuckeranstiegs unterschiedlich ausfallen.

Eine unerwünschte Nebenwirkung von Zuckeraustauschstoffen sind Verdauungsstörungen. Bereits kleine Mengen von 10 g können bei empfindlichen Menschen Symptome wie Blähungen und Durchfall hervorrufen.

Praxistipp! Zuckeraustauschstoffe eignen sich für kalte und warme Speisen und Getränke. Sie sind auch zum Backen geeignet, weil sie sowohl Masse als auch Süßkraft liefern, die mit Haushaltszucker vergleichbar ist.

Zu den bekannten Zuckeraustauschstoffen zählen Fruktose (Fruchtzucker), Sorbit, Mannit, Isomalt (Palatinit), Maltit, Lactit und Xylit. Sie enthalten Energie und haben geringeren Einfluss auf den Blutzucker als Haushaltszucker.

Energiegehalt im Detail

Der Energiegehalt der Zuckeraustauschstoffe kann sehr unterschiedlich ausfallen: Fruchtzucker liefert 4 Kalorien pro Gramm (gleich wie Haushaltszucker und Traubenzucker). Birkenzucker (Xylit) liefert 2,4 Kalorien pro Gramm und Erythrit liefert 0 Kalorien pro Gramm.

Blutzuckerauswirkung im Detail

Fruchtzucker (Fruktose) beeinflusst den Blutzucker nicht direkt, allerdings wird dieser in der Leber nach und nach zu Traubenzucker (Glukose) umgewandelt. Sorbit wird im Körper zu Fruktose umgebaut und beeinflusst den Blutzucker nur wenig oder langsam. Bei Isolmalt und Palinit, Maltit und Lactit ist der Energiegehalt etwas niedriger. Ihre Wirkung auf den Blutzuckerspiegel ist so langsam beziehungsweise gering, dass sie in kleineren Mengen (10 bis 20 g) nicht ins Gewicht fallen.

Sind Süßungsmittel bei Diabetes eine sinnvolle Alternative?

Süßungsmittel helfen dabei, den Blutzuckerspiegel nicht zu hoch ansteigen zu lassen und sind als Zucker-Alternative prinipiell geeignet.

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