URSACHEN

Die Gründe für die Entwicklung des Diabetes mellitus sind vielfältig und bis zum heutigen Tag nicht restlos geklärt.

Klar ist, dass es bestimmte Faktoren gibt, die die Entstehung der Stoffwechselerkrankung begünstigen können. Dazu zählen Vererbung, Alter, Übergewicht, Bewegungsmangel, ungesunde Ernährung sowie Rauchen und übermäßiger Alkoholkonsum. Über die Gründe, warum einige Menschen Diabetes entwickeln und andere nicht, besteht weiterer Forschungsbedarf.

In einigen Fällen kann Diabetes mellitus auch durch ein dramatisches Lebensereignis, Schock oder Infekte ausgelöst werden. Auch hier besteht noch weiterer Forschungsbedarf.

Diabetesbegünstigenden Risikofaktoren

Vererbung

Die genetische Komponente spielt eine große Rolle. Wenn ein Elternteil erkrankt ist, liegt das Risiko für Kinder zwischen 30 und 50 %. Sind beide Elternteile betroffen, steigt das Risiko auf 60 – 80 %. Der genaue Mechanismus der Vererbung bei der Entstehung des Diabetes mellitus ist allerdings noch nicht bekannt.

Alter

Ab dem 40. Lebensjahr wird der Stoffwechsel allmählich langsamer und auch die Wirkung des Hormons Insulin kann nachlassen. Das führt dazu, dass insbesondere zuckerhaltige Getränke und Speisen nicht mehr zufriedenstellend verwertet werden können und der Blutzuckerspiegel steigt. Mit den Lebensjahren kommt es auch zu Veränderungen an den Blutgefäßen – je brüchiger und steifer sie werden, desto höher ist auch das Risiko für Gefäßerkrankungen. Der Zustand der Gefäße lässt sich über Ernährung und Bewegung gut beeinflussen.

Übergewicht

Übergewicht ist ein wesentlicher Faktor für die Entwicklung einer Insulinunempfindlichkeit. Je weniger die Zellen auf Insulin reagieren, desto mehr Insulin muss produziert werden. Das kann auf Dauer die Bauchspeicheldrüse überfordern, und Überbelastungserscheinungen zählen zu den Hauptgründen für die Entwicklung des Diabetes mellitus Typ 2. Parallel dazu geht eine Insulinunempfindlichkeit oft mit einem Abbau der Rezeptoren für Insulin einher, was auf das diabetische Geschehen zusätzlich verstärkend wirkt.

Ein wichtiger Faktor ist auch die Lage des Fetts. Je nachdem, ob Fett sich vermehrt an der Taille oder an Gesäß und Oberschenkeln sammelt, wird zwischen dem Apfeltyp und dem Birnentyp unterschieden.

Der Apfeltyp (=androide Form) sammelt das Fett eher um den Bauch. Bauchfett lagert sich bevorzugt um die inneren Organe und zwischen den Darmschlingen an. Dieses Fett wird auch als viszerales Fett bezeichnet. Bauchfett ist problematisch, weil es Entzündungsprozesse auslöst, die zu Schädigungen an Organen und Blutgefäßen führen können. Je mehr Fett sich im Bauchraum staut, desto schlechter reagieren die Zellen auf körpereigenes Insulin und das fördert die Insulinresistenz. Erhöhtes Bauchfett gilt daher als Risikofakor für Nicht-Diabetiker, später an Diabetes zu erkranken.

Der Bauchumfang sollte bei Frauen maximal 88 cm und bei Männern maximal 102 cm betragen. Als „Vorwarnung“ gelten Werte ab 80 cm bzw. 94 cm.  Gemessen wird auf Höhe des Bauchnabels vor dem Frühstück.

Bewegungsmangel

Bewegung bedeutet das Verbrennen von Energie. Mehr Bewegung bedeutet einen erhöhten Enregiebedarf, weniger Bewegung hingegen einen erniedrigten Energiebedarf. Um Energie leisten zu können, braucht der Körper Energie in Form von Zucker. Denn Zucker ist das bevorzugte Energiesubstrat der Muskulatur. Je mehr Bewegung gemacht wird, desto mehr Zucker wird benötigt und desto mehr sinkt in Folge auch der Blutzuckerspiegel.

Das gilt auch in umgekehrter Reihenfolge: je weniger Sport gemacht wird, desto weniger Energie wird benötigt und desto höher ist der Blutzuckerspiegel. Insbesondere, wenn bei zu wenig Bewegung zu viel gegessen wird.

Sport und Bewegung lassen sich daher in die Kategorie effektiver Therapeutika einordnen, die keinesfalls ungenutzt bleiben sollten!

Ungesunde Ernährung

Die westliche Ernährungsweise beinhaltet Fast Food, Fertigprodukte und Snacks – zu den Hauptmahlzeiten, aber auch zwischendurch. Das Problem dabei ist, dass diese Art von Essen viel Energie in Form von Fett und Zucker enthält, welche im Übermaß nicht mehr adequat verbrannt werden können. Nicht verbrauchte, überschüssige Nahrungskalorien reichern sich in Blut, an Blutgefäßwänden und Fettzellen an. Beides fördert die Entstehung von Diabetes mellitus und Gefäßerkrankungen.

Rauchen

Rauchen erhöht die Insulinresistenz. Dabei handelt es sich um die Empfindlichkeit der Zellen, auf Insulin zu reagieren und den Blutzucker auf ein gesundes Niveau zu senken. Darüber hinaus wirkt Rauchen auf die Gefäße toxisch. Die Kombination aus Rauchen und Diabetes birgt daher ein enormes Gefahrenpotenzial für diabetische Folgeerkrankungen – insbesondere bei bereits bestehenden Gefäßschädigungen.