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Warum Cholesterinsenker blutzuckererhöhend wirken können

Warum Cholesterinsenker blutzuckererhöhend wirken können – und welche 3 natürlichen Cholesterinsenker es gibt

Cholesterinsenker zählen zu den am häufigsten verschriebenen Medikamenten um Cholesterin zu senken. Ein günstiger Cholesterinspiegel ist wichtig, Bei Art und Dosierung von Blutfettsenkern sollte von Arztseite berückstichtigt werden, dass diese auch blutzuckererhöhend wirken können. Daher sollten für gesunde Blutcholesterinwerte – zusätzlich zu medikamentösen Blutfettsenkern – auch natürliche Cholesterinsenker individuell in Betracht gezogen werden. Insbesondere bei Diabetes Typ 2. 


Cholesterinsenker, sogenannte Statine, sind beliebte Medikamente um erhöhtes Cholesterin abzusenken. Statine zählen daher zu den Standardmedikamenten, die von Ärzten sehr häufig verschrieben werden.

Beispiele sind Simvastatin, Lovastatin, Pravastatin, Fluvastatin, Atorvastatin, Rosuvastatin, Pitavastatin.

Warum werden Cholesterinsenker häufig verschrieben?

Viele Menschen haben zu hohe Cholesterinwerte. Häufig steigen sie mit der Art des Lebensstils – zu den cholesterinsteigernden Faktoren zählen Übergewicht, tierische sowie fettreiche Ernährungsweise, schlechte Verwertung der Ernährung, häufig begleitet von Bewegungsmangel und chronischer Stress. Sind die Blutfette zu hoch, steigt das Risiko für Erkrankungen. Insbesondere für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, die bei Diabetes Typ 2 ein häufiges Problem darstellen. Daher werden erhöhte Cholesterinwerte sehr häufig mit Statinen schulmedizinisch behandelt.

Zu berücksichtigen ist allerdings auch, dass Statine Nebenwirkungen aufweisen können, dazu zählen unter anderem Muskelschmerzen und Muskelzellzerfall sowie ein erhöhtes Risiko für Diabetes Typ 2 und erhöhte Blutzuckerwerte.

Eine niederländische Studie zeigt, dass Statine das Potenzial haben, den Blutzucker zu erhöhen

Eine niederländische Studie, in welcher über 9500 Teilnehmer 15 Jahre begleitet wurden, zeigt, dass das Risiko für Diabetes um 38 % ansteigt. Die Teilnehmer waren zu Beginn der Studie 45 Jahre alt. Es zeigte sich, dass es zu höheren Blutzuckerwerten bei Einnahme von Statinen kam. Die Teilnehmer hatten tendeziell höhere Blutzucker-Nüchternwerte. Zudem wiesen sie vermehrt Insulinresistenz auf, indem die Zellen weniger gut auf das blutzuckersenkende Hormon Insulin reagierten.

Gründe dafür sind: bei Einnahme von Statinen werden weniger Glukosetransporter in den Zellmembranen gebildet. Das hat zur Folge, dass der Zucker langsamer in die Zellen gelangt. Zusätzlich zeigte sich, dass Statine dirkt in den Insulin-Signalmechanismus eingriffen, über welchen die Insulinausschüttung und Insulinempfänglichkeit der Zellen reguliert werden.

Sind Statine empfehlenswert?

Diese Frage ist individuell durch den behandelnden Arzt zu beantworten. Idealerweise sollte eine Nutzen-Risiko-Abwägung getroffen werden. In die Bewertung fallen Höhe des Cholesterins, Dauer des erhöhten Cholesterinwerte und individuelles Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie der Erfolg natürlicher Versuche, das Cholesterin zu senken.

Welche natürliche Cholesterinsenker gibt es?

Erwiesen ist, dass sich Cholesterin auf natürlichem Weg erfolgreich senken lässt. Zu den natürlichen Cholesterinsenkern zählen cholesterinsenkende Ernährung, individuell angepasste Bewegung und Stressentlastung.

Günstige Ernährung wirkt cholesterinsenkend

Es gibt Nährstoffe, die in der Lage sind den Fettstoffwechsel günstig zu beeinflussen und überhöhtes Cholesterin zu senken. Dabei handelt es sich um sogenannte Phytosterine, deren Wirkungen komplex sind: Phytosterine nehmen Einfluss auf die Cholesterinproduktion in der Leber, reduzieren die Aufnahme und Rückresorption aus dem Darm und erhöhen die Ausscheidung von Gallensäuren, was den Verbrauch von Cholesterin nötig macht und infolge cholesterinsenkend wirkt. Zu den Phytosterinen zählen Sterine und Stanole wie sie in Vollkornprodukten, Sojaprodukten, Ballastoffen, Pflanzenfasern, Nüssen ib. Mandeln und Kakao-Öl enthalten sind.

Individuell angepasste Bewegung wirkt cholesterinsenkend

Bewegung hat einen direkt cholesterinsenkenden Effekt. Bereits leichte bis mäßige Bewegung wie zum Beispiel regelmäßige Spaziergänge trainieren die Ausdauer und die Muskulatur. Denn Bewegung geht einher mit einer Erhöhung des Energiebedarfs – und durch Bewegung können Blutfette reduziert werden, wobei es zu einem doppelt positiven Effekt kommt: ungünstiges LDL-Cholesterin wird durch Bewegung reduziert, günstiges HDL-Cholesterin wird dagegen gesteigert.

Stressentlastung wirkt cholesterinsenkend

Stress fördert hohe Cholesterinwerte. Denn bei übermäßigem Stress werden Stresshormone ausgeschüttet, die Energie bereitstellen. Die Stresshormone verbessern die Bereitstellung von Cholesterin, indem LDL mehr Cholesterin in die Zellen transportiert. Cholesterin wird in Folge nicht abgebaut und der Spiegel an Cholesterin steigt. Parallel sinkt das gute HDL-Cholesterin, was auf den Cholesterinspiegel zusätzlich erhöhend wirkt. Stressentlastung hingegen hat positiven Effekt auf das Cholesterin.

Fazit

Cholesterinsenker sind spätestens notwendig, wenn die Blutcholesterinwerte zu hoch sind und auf natürliche Weise nicht ausreichend absenken lassen. Sowie immer, wenn laut ärztlicher Vorgabe eine Indikation dafür besteht. Verordnung und Dosierung ist Arztsache. Zudem gibt es eine Vielzahl an Möglichkeiten, den Cholesterinspiegel natürlich zu senken. Diese können hocheffizient sein und sollten daher mitbedacht werden und – idealerweise immer in Abstimmung mit dem Arzt – in die cholesterinnormalisierende Therapie eingebaut werden.


Quelle:
Link zur Studie: Associations of statin use with glycaemic traits and incident type 2 diabetes


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