Diabetes

Unterschiede Diabetes Typ 1 und Diabetes Typ 2

Aktualisiert am 17.03.2019

Was unterscheidet Diabetes Typ 1 und Diabetes Typ 2?

Bei ​Diabetes Typ 1 und Diabetes Typ 2 gibt es Unterschiede und Gemeinsamkeiten. Die größte Gemeinsamkeit ist, dass die Blutzuckerwerte aufgrund eines Insulinmangels zu hoch sind. Ursache und Ausmaß des fehlenden Insulins sowie Ausprägung der Symptome sind je nach Typ ​unterschiedlich.

Gründe und Ursachen für den Insulinmangel

Bei Diabetes Typ 1 kommt es zu einer Zerstörung der Beta-Zellen der Bauchspeicheldrüse. Die Bauchspeicheldrüse (= Pankreas) ist der Ort der körpereigenen Insulinproduktion. Werden die Beta-Zellen zerstört, kann kein Insulin mehr produziert werden. Dieser Zustand ist nicht umkehrbar.

Bei Diabetes Typ 2 kommt es zu einer Überbelastung der Bauchspeicheldrüse. Häufig als Folge eines ungünstigen Lebensstils durch Faktoren wie ungesunde Ernährung, Bewegungsmangel und bauchbetontes Übergewicht. Die Konsequenz ist, dass die Insulinproduktion in der Bauchspeicheldrüse immer schwächer wird und den Insulinbedarf nicht mehr decken kann. Diabetes mellitus Typ 2 ist im Gegensatz zu Diabetes mellitus Typ 1 umkehrbar.

​Intensität ​der Symptome 

Die Symptome fallen je nach Typ unterschiedlich aus.

Bei Diabetes Typ 1 kommt es in der Regel innerhalb kurzer Zeit zu einem rasanten Blutzuckeranstieg. Als Folge versucht der Körper, den hohen Blutzuckerspiegel zu neutralisieren. Der Körper versucht den Blutzucker über den Harn auszuscheiden oder mithilfe von Flüssigkeit zu neutralisieren – häufiges Wasserlassen und starker Durst sind die Folge. Hinzu kommt Abmagerung, weil Insulin fehlt und die Energie aus dem Zucker nicht mehr verwertet werden kann.

Diabetes Typ 2 kann lange Zeit im Hintergrund ablaufen, wenn der Blutzucker nur leicht bis mäßig erhöht ist und keine spürbaren Beschwerden hervorruft.

Zeitpunkt der Diagnose

Der Zeitpunkt der Diagnosestellung ist meist unterschiedlich.

Diabetes Typ 1 führt in der Regel innerhalb kurzer Zeit zu heftigen Symptomen. Rasche Arztkonsultation führt zu einer raschen Diagnosestellung.

Diabetes Typ 2 ist aufgrund des häufigen Ausbleibens von Symptomen in vielen Fällen ein Zufallsbefund – beispielsweise im Rahmen einer Gesundenuntersuchung.

Erhöhte Blutzuckerwerte schädigen den Körper

Diabetes Typ 1 und Diabetes Typ 2 haben gemeinsam, dass erhöhte Blutzuckerwerte das Gefäßsystem schädigen. Gefäßschädigungen sind bei jedem Diabetes-Typ das ursächliche Problem aller diabetischen Folgeerkrankungen.


Warum gesunde Gefäße so wichtig sind…
Gefäße sind die Straßen des Blutes. Das Blut transportiert alle wichtigen Nährstoffe, Hormone, Heilstoffe und Sauerstoff an den Ort des Bedarfs, Ausscheidungsprodukte wie Schlackenstoffe und Kohlendioxid werden abtransportiert. Damit das Blut jede Zelle erreichen kann, besitzt der Körper sehr viele Gefäße. Hoher Zucker schädigt die Gefäße so massiv, dass Lieferschwierigkeiten samt Unterversorung der betroffenen Gebiete die Folge sein können. Am Ort des krankhaften Geschehens machen sich dann häufig gefürchtete diabetische Folgeschädigungen bemerkbar.


Diabetische Folgeschäden lassen sich vermeiden

​Eine große Gemeinsamkeit von Diabetes Typ 1 und Diabetes Typ 2 ist,​ dass sich diabetische Folgeerkrankungen vermeiden lassen! Voraussetzung ist, dass die Blutzuckerwerte dauerhaft auf ein gutes Niveau gebracht werden. Diabetische Folgeschäden können bis zu einem gewissen Grad rückgängig oder zumindest ihr Fortschreiten aufgehalten werden – das gilt für beide Typen.

Behandlungsmöglichkeiten

Bei Diabetes Typ 1 kommt es zu einem gänzlichen Fehlen von Insulin, weil der Ort der körpereigenen Insulinproduktion angegriffen und die insulinproduzierenden Beta-Zellen zerstört werden. Daher führt bei Typ 1 kein Weg an einer Therapie mit Insulin vorbei. Die mittlerweile zur Verfügung stehenden Insulintherapien sind ausgereift und bieten viele Möglichkeiten um diese im täglichen Alltag bestmöglich anwenden zu können.

Bei Diabetes Typ 2 kommt es zu einem sukzessiven Nachlassen der Insulinproduktion. Behandlungsmöglichkeiten sind Orale Antidiabetika, Insulin sowie Lebensstilmaßnahmen. Zu den Lebensstilmaßnahmen zählen gesunde Ernährung, regelmäßige Bewegung und Stressreduktion. Lebensstilmaßnahmen lassen sich zwar nicht so schnell umsetzen wie beispielsweise das Schlucken einer Tablette, können aber den Blutzucker oftmals effizienter senken als orale Antidiabetika.

Fazit

Sowohl mit Diabetes Typ 1 als auch mit Diabetes Typ 2 ist es möglich, ein gesundes, langes und beschwerdefreies Leben zu führen! Voraussetzung bei beiden Formen ist, dass der Blutzuckerspiegel in einem zufriedenstellenden Bereich ist!

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