Ernährung

Wichtige Nährstoffe bei Diabetes mellitus Typ 2

Aktualisiert am 20.04.2021

Wichtige Nährstoffe bei Diabetes mellitus Typ 2

Diabetes mellitus hat viele Facetten. Einerseits können permanent hohe Blutzuckerwerte gefürchtete Folgeerkrankungen wie Herz-Kreislauf-Erkrankunken, Augenschäden, Nierenprobleme und Fußschädigungen verursachen. Anderseits lässt sich die Zuckerkrankheit gut behandeln, was viele unerwünschte Folgeprobleme fernhalten und ein beschwerdefreies Leben ermöglichen kann. Es gibt wichtige Nährstoffe bei Diabetes mellitus Typ 2, die sich auf die Gesundheit und den Verlauf des Diabetes Typ 2 günstig auswirken.

Vitamin C

Vitamin C hemmt Verzuckerungsprozesse im Körper und hilft dabei, den Blutzuckerspiegel zu senken, was sich auch am Langzeitzucker-Wert HbA1c messen lässt. Zusätzlich kann Vitamin C gefäßverstopfendes Cholesterin abbauen und erhöhten Blutdruck senken. Als Antioxidans besitzt Vitamin C die Fähigkeit, körpereigene Zellen vor Oxidation und Radikalen zu schützen. Vitamin C ist auch direkt an der Wundheilung beteiligt, was bei diabetischen Wundheilungsstörungen schützend wirkt.

Quellen für Vitamin C sind Zitrusfrüchte, Paprika, Kiwis, Acerola-Kirschen und Schwarze Johannisbeeren.

Vitamin B-Komplex

Die Vitamine des B-Komplexes wirken schützend auf das Nervensystem und insbesondere die Vitamine B1, B6 und B12 haben sich bei bereits bestehenden Nervenschädigungen als wirksame und schmerzlindernde Begleittherapie erwiesen. Vitamin B3 ist dazu imstande, die Insulinwirkung an den Zellen zu erhöhen.

B-Vitamine sind in besonders hohen Mengen in Vollkornprodukten enthalten, Vitamin B12 überwiegend in tierischen Produkten.

Vitamin K

Vitamin K regt die Beta-Zellen der Bauchspeicheldrüse dazu an mehr Insulin zu produzieren. Gleichzeitig werden Fettzellen zur Bildung des Hormons Adiponektin stimuliert, was die Empfindlichkeit gegenüber Insulin steigert und die Insulinresistenz verringert. Daher gilt Vitamin K allgemein als wichtiger Schutzfaktor bei Diabetes.

Reich an Vitamin K sind Grünes Blattgemüse wie Spinat oder Mangold, alle grünen Blattsalate sowie Brokkoli, Karfiol und Kohl.

Anmerkung: bei der Einnahme von medikamentösen Blutverdünnern bitte mit dem Arzt abklären, wieviel Vitamin-K-haltige Nahrungsmittel empfehlenswert sind. Möglicherweise ist diesbezüglich eine Einschränkung nötig.  

Chrom

Chrom fördert die Bildung von Andockstellen (Rezeptoren) für Insulin an den Zellen, was das Schlüssel-Schloss-Prinzip verbessert und die Wirkeffizienz steigert. Zusätzlich ist Chrom imstande, den Triglyzeridspiegel abzusenken. Chronisch erhöhte Cholesterin- und Triglyzeridwerte zählen zu den Hauptverursachen für arteriosklerotische Gefäßablagerungen. Darüber hinaus scheint Chrom bei der Entwicklung von Heißhungerattacken eine Rolle zu spielen: so zeigten Studien, dass das Risiko für unkontrolliertes Essverhalten umso höher ist je niedriger die Versorgung mit Chrom ist.

Blick in die Geschichte: Bereits 1929 kannte man die insulinaktivierende Wirkung von chromreichem Presssaft.1975 wurden erstmals Chrom-Mangelerscheinungen nachgewiesen,die sich durch gezielte Chrom-Gaben wieder beheben ließen. Zahlreiche Studienautoren vertreten die Meinung, dass die Ursache vieler Diabeteserkrankungen mit einer vorangegangenen, langfristigen Unterversorung mit Chrom in direktem Zusammenhang steht. Und immerhin wiesen Studien bereits in den 1980er-Jahren darauf hin, dass Chrom für den Glukosetoleranzfaktor und somit insgesamt für die Regulation des Blutzuckers von enormer Bedeutung zu sein scheint!

Quellen für Chrom sind Nüsse und insbesondere Paranüsse, Hülsenfrüchte, Vollkornprodukte, Trockenfrüchte und Bierhefe.

Zink

Zink nimmt bei Diabetes einen besonderen Stellenwert ein. Es ist einerseits für die Wundheilung unverzichtbar, was sowohl für die Vermeidung wie auch für die Behandlung eines diabetischen Fußes von großer Bedeutung ist. Darüber hinaus fördert Zink die Speicherung von Insulin, die Erhöhung der Insulinwirkung an den Zellen und den Schutz der insulinproduzierenden beta-Zellen in der Bauchspeicheldrüse. Zink gilt auch allgemein als insulinähnliche Substanz.

Reichhaltige Quellen für Zink sind Vollkorngetreide, Käse, Milchprodukte, Fleisch und Schalentiere.

Magnesium

Magnesium reduziert den Nüchternblutspiegel und verbessert die Effizienz der Blutzuckerregulation. Zusätzlich erhöht es die Insulinempfindlichkeit der Zellen und regt die Bauchspeicheldrüse dazu an mehr Insulin zu produzieren. Ergänzend lässt sich auch der Blutdruck günstig beeinflussen, weil Magnesium auf die Wände der Arterienmuskulatur entspannend wirkt und dadurch das Herz entlastet – das Wirkprinzip der Gefäßerweiterung kommt auch in vielen blutdrucksenkenden Medikamenten (auf unterschiedliche Weise) zum Einsatz.

Ergiebige Magnesium-Quellen sind Nüsse, Vollkornmehl, Hülsenfrüchte und grüne Gemüsesorten.

Kalium

Studien haben gezeigt, dass ein Mangel an Kalium eine zufriedenstellende Blutzuckereinstellung erschweren kann. Kalium gilt gemeinsam mit Magnesium auch als wichtiger Schutzfaktor für das Herz, weil beide Mineralien direkt an der Herzaktion beteiligt sind. Daher ist es sinnvoll, auf eine ausreichende (allerdings auch nicht zu hohe) Zufuhr zu achten!

Quellen sind Trockenobst, Nüsse, Hülsenfrüchte, Vollkorngetreide, Bierhefe, pflanzliche Öle und Bananen.

Vitamin D

Vitamin D fördert die Anlage von Inselzellen in der Bauchspeicheldrüse sowie die Fähigkeit der Zellen, auf Insulin zu reagieren. Zusätzlich regt das Sonnenvitamin die Produktion und Ausschüttung von Insulin an. Vitamin D-Mangel kann umgekehrt eine geringere Freisetzung von Insulin zur Folge haben. Über die Ernährung kann der Bedarf an Vitamin D kaum gedeckt werden. Natürlicherweise wird Vitamin D über Sonnenstrahlung in den Sommerhauten in der Haut gebildet, allerdings nur wenn das UV-B-Licht der Sonne ungehindert auf größere Teile (zum Beispiel an Armen und Beinen) scheinen kann. Dabei gilt, dass die Haut maximal die Hälfte jener Zeit der Sonnenstrahlung ausgesetzt sein darf, bis sich ein Sonnenbrand entwickeln würde. Letzteres ist in jedem Fall zu vermeiden!

Tipp! Gewichtsverbesserung verstärkt die positiven Effekte der Nährstoffe!

Übergewicht ist ein Risikofaktor für die Entwicklung von Diabetes mellitus Typ 2, und für die Ausbildung von diabetischen Folgeerkrankungen. Dazu ein Beispiel: Übergewicht belastet den Blutdruck, eine Gewichtsnormalisiserung entlastet den Blutdruck. Diese Effekte sind mit jedem Kilogramm abgenommenen Übergewichts messbar! Die positiven Auswirkungen einer Gewichtsverbesserung beziehen sich auf die gesamte Therapie bei Diabetes mellitus Typ 2.

Fazit

Es gibt eine Vielzahl an Nährstoffen, die dabei helfen, die Gesundheit bei Diabetes Typ 2 zu stärken. Je gesünder, pflanzenbetonter und abwechslungsreicher die Ernährung gestaltet ist, desto mehr Ernährungsmedizin kann der Körper daraus ziehen und desto besser ist das für den Verlauf bei Diabetes.

Ein gutes Leben mit Diabetes ist möglich!


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